Osterböllern am Clarholzer Hütemersch
Bild: Schäfer

Auch in diesem Jahr ging die Fackel reihum. Hier hält Ortsvorsteher Franz-Josef Tegelkamp die Flamme an den Kannenboden, um die Explosion auszulösen.

Bild: Schäfer

Nach dem Hochamt in der Pfarrkirche versammelten sich eine Handvoll Männer an der Wiese. Im Gepäck hatte Norbert Pollmeyer die Zutaten für den knalligen Cocktail: alte Milchkannen, Carbid, Wasser, Spaten, Ohrenschützer und Fackeln. Schnell war die Blechkanne ein Stück im Boden versenkt, die Utensilien bereitgelegt. Bis der erste Schuss gelöst wurde, sammelten sich mehrere Aktive und einige Besucher. Ostergrüße machten die Runde und natürlich auch Bemerkungen zum Thema Nummer eins, dem Wetter. Das war an der Wiese zu spüren, kalt pfiff der Wind über die freie Landschaft.

Seit Jahren ist Norbert Pollmeyer dabei, doch erst 2012 hat er die Hauptorganisation der Tradition übernommen. Mit dem Tod Willi Pötters hat er beim Böllern dessen Nachfolge angetreten. Und so fand sich erneut ein Kreis „alter Hasen“, die das Ritual mit Umsicht und Bedacht und einer großen Portion Spaß fortführen. „Die Dinger sind auch nicht mehr das, was sie mal waren“, sagte Pollmeyer mit Blick auf die Fackeln, die sich nicht so schnell entzünden wollten, wie gedacht. Doch dank des Brenners, den Franz-Josef Hagemann bei sich hatte, klappte auch das schließlich. Eine Tasse Wasser in die Milchkanne, ein paar Krümel Carbid dazu, den Deckel schnell mit dem Gummihammer festgeklopft, Ohrenschützer auf, die Zuschauer in die hinteren Reihen verwiesen und los ging es.

Auch in diesem Jahr ging die Fackel reihum. Heinz Leewe, Ortsvorsteher Franz-Josef Tegelkamp oder auch Elisabeth Wangen hielten die Flamme kurz an den Kannenboden, um die Explosion auszulösen. Ein lauter Knall und der Deckel flog mehr oder weniger weit in die Wiese.

Es war wohl die Kälte, die das Team in diesem Jahr davon abgehalten hat, die Weiten zu messen. Dafür wurden die Knalleffekte kommentiert: „Jetzt sind alle wach.“ Und ob es auch gelungen ist, den Frühling aus dem Winterschlaf zu böllern, werden die nächsten Tage zeigen.

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