Pfarrer gibt Straße ihren Namen
Bild: Petermeier
Das Hinweisschild erinnert noch heute an die größte Wohltat von Pfarrer Conrad Höwelböcker: den Bau des St.-Josefs-Hospitals, an dessen Stelle sich heute das Alten- und Pflegewohnheim befindet.
Bild: Petermeier

Conrad Höwelböcker – ein Pfarrer, der das Leben der schlechter gestellten Menschen in Herzebrock-Clarholz deutlich verbesserte. Informationen über ihn finden sich nicht nur im Jubiläumsbuch 1150 Jahre Herzebrock, sondern auch in der Pfarrchronik. Um eine würdige Erinnerung an seine Wohltaten zu setzen, beschloss der Kulturausschuss der Gemeinde, den Weg, der die Meerwiesen- und die Kolpingstraße verbindet, nach ihm zu benennen.

Bevor er Kaplan in Clarholz wurde, war der katholische Höwelböcker vom evangelischen Fürstenhaus als Prinzenerzieher eingesetzt worden. Es grenzte für damalige Verhältnisse fast an eine Sensation, dass das überhaupt möglich war. Am 19. Februar 1887 trat der damals 65-Jährige seinen Dienst in Herzebrock als Pfarrer an, obwohl er zuvor starken Widerstand der Gemeinde erfahren hatte: Im Vorfeld begab sich der Kirchenvorstand zu Fürst Gustav zu Bentheim-Tecklenburg, um ihm nahezulegen, Josef Egen die Pfarrstelle anzuvertrauen. Doch der Fürst entschied anders und setzte Conrad Höwelböcker ein. So konnte er am 1. März 1887 in sein neues Amt eingeführt werden. Auch die anschließenden Versuche der Herzebrocker Gemeindemitglieder und der Clarholzer Pfarrgemeinde, Conrad Höwelböcker zum Weggang zu bewegen, scheiterten.

Ludwig Huckestein, zu späterer Zeit ebenfalls Pfarrer von Herzebrock-Clarholz, schreibt dazu auf Seite 65 in seiner Pfarrchronik: „Seine Parochianen brachten mit verschiedenen Ausnahmen ihm nur Kälte und Abneigung entgegen, doch Höwelböcker hat es verstanden, durch ruhige Zurückhaltung und Geduld und namentlich durch seine tiefe Frömmigkeit die anfängliche Abneigung in Anhänglichkeit und Liebe zu verwandeln.“ Durch die regelmäßige Jagd konnte er Abstand zu den teilweise sehr schwierigen Situationen gewinnen. Und schon bald nahm Höwelböcker seine wohl größte Wohltat in Form eines Armen- und Krankenhauses für die Gemeinde Herzebrock-Clarholz in Angriff.

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