Pläne für den Hovesaat vorgestellt
Bild: Schäfer
Informierten in der Aula der Bolandschule: Fachbereichsleiter Karl-Hermann Schlepphorst und Architektin Tanja Schrooten.
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„Der Planungsausschuss muss die Bedenken, die eingehen, in Abwägung stellen zum öffentlichen Interesse, hier Bauland zu schaffen“, so der Fachbereichsleiter. Dass die privaten Ansichten nicht immer auf einer Linie mit den politischen liegen, wurde am Montagabend in der Bolandschule deutlich. 2010 hatte die Gemeinde ein Wohnbaulandbedarfskonzept vor dem Hintergrund des demographischen Wandels erarbeiten lassen. Eine Säule bildet die Nachverdichtung im Siedlungsbestand. Fachausschuss und Rat hatten im Sommer 2011 beschlossen, diesen Bereich zu überplanen und den Bebauungsplan 218 zu ändern und zu erweitern.

Mit einem ersten Vorentwurf des Büros Tischmann und Schrooten ging es in die Bürgerversammlung. „Das ist eine Angebotsplanung, die keine Baupflicht nach sich zieht“, erläuterte Schlepphorst. Er machte deutlich, dass die Gemeinde mit der zweistufigen Beteiligung der Öffentlichkeit einen freiwilligen und keinesfalls gesetzlich vorgeschriebenen Schritt mache, um Transparenz und den Austausch mit den Beteiligten sicherzustellen. Tanja Schrooten vom Planungsbüro stellte erste Überlegungen vor: „Ziel ist die planerische Absicherung einer Nachverdichtung“, sagte sie.

Auch die Bürger hatten Gelegenheit, sich zu äußern. Das machten überwiegend Gegner der Planung. „Wir haben uns ganz bewusst für diese großen Grundstücke entschieden“, äußerten Anlieger. Ein anderer Bürger, dessen Grundstück eine rückwärtige Bebauung nicht zulasse, stellte fest: „Ich entscheide doch gar nicht. Ich kann nicht bauen, aber mein Nachbar baut mich zu.“ Ein Anlieger der Straße Am Wald machte den Vorschlag, eine Bürgerinitiative zu gründen, um mehr Einfluss zu gewinnen.

Angeschnitten wurde im Rahmen der Diskussion auch, Regelungen zu rückwärtigen Anbauten zu schaffen oder die Zahl der Grundstücke bei der Nachverdichtung weiter einzuschränken und Abstände zu vergrößern. Anregungen und Bedenken sollten schriftlich an das Rathaus weitergereicht werden, so Schlepphorst. „Alles, was rein kommt, wird der Beratungsvorlage für den nächsten Ausschuss beigelegt“, sagte Rathausmitarbeiter Michael Brandes.

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