Politik gegen Bebauungsplan
Bild: Schäfer
Die Idee, im Baugebiet Feldbusch-Ost geförderten Wohnraum anzubieten, besteht schon lange. Es hakt im Moment an der konkreten Umsetzung.
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Das taten auch die Kommunalpolitiker. Bei zwei Enthaltungen lehnten sie eine geplante Änderung des Bebauungsplans ab („Die Glocke“ berichtete am 3. Juni). Als Investor für den Wohnungsbau im vorderen Siedlungsbereich hatte die Kommunale Haus und Wohnen aus Rheda-Wiedenbrück um eine Anhebung der Wohneinheiten – davon zwölf als geförderter Wohnungsbau – gebeten. Nach dem ablehnenden Beschluss Gremiums sei momentan alles offen, so Karl-Hermann Schlepphorst, Fachbereichsleiter im Rathaus. Dabei schien eigentlich alles klar: Das machte Bürgermeister Marco Diethelm in der Sitzung am Montagabend deutlich. Er zeigte sich angesichts des Meinungsbilds im Gremium verwundert. „Ein Dorn im Auge“ sei ihm die Zahl der Wohnungen, sagte CDU-Ratsherr Reinhard Neuhaus. Alfons Winnemöller, als sachkundiger Bürger für die UWG aktiv, fand es ein „Unding“, wenige Monate nach Verkauf der Grundstücke gravierende Änderungen wie die Erhöhung der Wohnungszahl im vorderen Bereich von 15 auf 25 zu vollziehen.

Auch Jutta Jostkleigrewe-Vielstädte (UWG) war die Steigerung zu krass. „Ich bin für sozialen Wohnungsbau, dazu stehe ich auch heute noch“, verwies sie auf einen entsprechenden Ratsbeschluss. Dem schloss sich Erich Bäcker (SPD) an. „Das ist eine massive Veränderung. Das kann man den Bewohnern nicht antun.“ Bürgermeister Marco Diethelm war verärgert darüber, dass bei „ein, zwei Briefen ein Rückzieher gemacht werde“. „Es ist nicht fair, wenn Sie das hier so darstellen, als hätten Sie das nicht gewollt“, wandt er sich an den Ausschuss. Karl-Hermann Schlepphorst: „Noch im Haupt- und Finanzausschuss Mitte Mai war der Investor hier und hat seine Intention vorgestellt.“ Da sei schon von mehr als 15 Wohneinheiten die Rede gewesen, schilderte er die Thematik, die damals im nichtöffentlichen Teil diskutiert wurde. „Es ist nicht die Verwaltung, die das so nach vorn gebracht hat“, sagte Diethelm. Er hatte vorher darauf hingewiesen, dass die Volumen der drei Gebäude, um die es gehe, nicht zur Disposition stehen. Diese würden sich grundsätzlich an die Vorgaben des Bebauungsplans halten, bestätigte Schlepphorst. Lediglich die Zahl der Wohnungen sei diskutabel. „Wollen Sie jetzt geförderten Wohnraum dort?“, fragte das Gemeindeoberhaupt in die Runde. Eine konkrete Antwort durch die Kommunalpolitiker blieb aus.

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