Projekt: Was geerntet wird, wird geteilt
Bild: Schäfer
Den Erhalt der Vielfalt von Gemüse und Obst durch eine umweltverträgliche Landwirtschaft wollen Maik und Claudia Hanhart auch durch das Solidarprojekt fördern.
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Hinter der Solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi, verbirgt sich ein Prinzip, das in Ländern wie Frankreich, Japan oder auch Österreich seit Jahrzehnten funktioniert – und jetzt nach Kenntnis von Familie Hanhart erstmals im Kreis Gütersloh an den Start geht.

Kurz gesagt werden Maik und Claudia Hanhart Flächen zur Verfügung stellen, auf denen sie Obst und Gemüse anbauen. Bürger können Anteile erwerben. Dafür steht ihnen ein Teil der Ernte zu.

„Wir beschäftigen uns schon lange mit dem Thema“, sagt der Agraringenieur und zertifizierte Biobauer Maik Hanhart. Regionale und saisonale Lebensmittel werden direkt vom Hof zur Verfügung gestellt. Kunden sind Teilhaber am Ökosystem. Nachhaltigkeit wird konkret gelebt: Das waren Motive für die Hanharts, sich genauer mit Solawi zu befassen. Und natürlich sehen sie darin auch einen Weg, eine faire Entlohnung für eine nachhaltige Art der Landwirtschaft zu realisieren.

20 Interessenten reichen für den Start

 Umfangreich haben sie sich vorab informiert und zwei Höfe in Münster und in Melle besucht, die Erfahrung mit Solawi haben. Dann stand für beide fest: „Wir probieren das.“ Rund einen Hektar Flächen benötige man für 70 Bürgeranteile, sagt der 43-Jährige. Zahlen, die für die Hanharts zu Beginn aber keine Bedingung sind. 20 Interessenten sollten sich aber schon dazu entschließen, das Projekt zu tragen. „Die möglichen Flächen liegen bei uns direkt am Hof“, so Claudia Hanhart.

 Gemüse, Obst und Kräuter werden saisonal angepflanzt und von den Hanharts gepflegt. Das ist nicht mit ein paar Stunden pro Woche getan. Maik Hanhart rechnet damit, nahezu jeden Tag auf dem Feld zu sein. „Das ist sehr viel Handarbeit.“ Die Anbaufläche wird nicht nach Anteilen parzelliert: Das heißt, sie wird gemeinschaftlich genutzt.

„Geplant sind rund 40 verschiedene Gemüsesorten“, sagt die 41-Jährige. Von Aubergine über Pastinaken bis hin zu Zwiebeln ist einiges dabei. „Artenvielfalt eben“, sagt Maik Hanhart. Außer Gemüse, Obst, Nüssen und Kräutern aus ökologischem Landbau soll es weitere Produkte pro Anteil geben: sechs Eier pro Woche, zwei Hähnchen im Jahr, rund 40 Bratwürste oder Mettenden und zweimal zwei Kilogramm Hack vom Schwein im Jahr.

Weitere Informationen zur praktischen Umsetzung lesen Sie in der Gütersloher Ausgabe der Glocke vom 25. Oktober.

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