Räuber muss sieben Jahre hinter Gitter
Archivbild: Reinhardt
Einen Tag nach dem Überfall am 9. Dezember 2004 arbeitet die Spurensicherung auf dem Hof an der Groppeler Straße.
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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte bei dem Überfall in dem Wohnhaus an der Groppeler Straße 22, den damals 71-jährigen Hausherrn mit einem schweren Messingkerzenleuchter auf den Kopf geschlagen hatte. Daran hätten die Zeugenaussagen letztlich keinen Zweifel gelasen, so der Vorsitzende Richter Reinhold Hülsmann. Es handele sich dabei um eine „erhebliche körperliche Misshandlung“. Nicht eindeutig geklärt werden konnte dagegen, ob der ursprünglich unbewaffnete Angeklagte zwischenzeitlich selbst eine der Pistolen seiner Kumpane an sich genommen und den spastisch gelähmten Sohn des Hausherrn damit bedroht hatte. Dennoch könne man keinesfalls von einem minder schweren Fall sprechen, so Hülsmann. Für den Angeklagten spreche, dass er nicht vorbestraft sei, dass der Überfall Jahre zurückliege, die Beute mit 2000 Euro verhältnismäßig gering sei und der Angeklagte ein Geständnis abgelegt habe. Gegen ihn spreche, dass die Art der Tat die Opfer besonders schwer belaste. So habe der heute 77-Jährige nach dem Überfall lange Zeit Albträume gehabt. Ehefrau und Sohn waren auch mehr als sechs Jahre nach dem Überfall während ihrer Aussagen vor Gericht noch sichtlich mitgenommen, als die Erinnerungen wieder hoch kamen.

Positiv rechnete der Richter dem Angeklagten an, dass er sich im Gerichtssaal bei seinen Opfern entschuldigte. „Wir gehen davon aus, dass diese Entschuldigung ernst gemeint war“, sagte Reinhold Hülsmann. Sie habe sich strafmildernd ausgewirkt.

Staatsanwalt Florian Wolfrum hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert. Er sprach von einem „Horrorszenario“ für die Opfer, vor allem, da der Überfall im „geschützen Bereich des eigenen Wohnhauses“ verübt wurde. Das spreche für eine „enorme kriminelle Energie“. Außerdem sei die Brutalität bei dem Überfall erheblich gewesen.

Auch Verteidigerin Susanne Renner räumte ein, dass es sich um einen „ganz, ganz üblen Fall“ handele, für den sich ihr Mandant heute „sehr schäme“. Sie beantragte eine „gerechte Strafe“.

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