Richter schlichtet Streit in Clarholz
Archivbild: Reinhardt
 Auf dem Propsteihof in Clarholz hatten sich die Streitigkeiten zwischen den Nachbarn abgespielt.
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Voraussetzung ist, dass der Angeklagte einen Geldbetrag in Höhe von 3500 Euro bis zum 15. Juni an den Rechtsanwalt des Nebenklägers zahlt. Angeklagter und Nebenkläger waren sich zudem einig, dass mit diesem Beschluss des Gerichts sämtliche wechselseitigen Ansprüche aus dem Vorfall am 18. März 2009 erledigt sind.

Was war damals geschehen? Nach einem Urteil des Amtsgerichts Rheda-Wiedenbrück vom 13. Januar dieses Jahres galt es als erwiesen, dass der Angeklagte seinem damaligen Nachbarn auf dem Clarholzer Propsteihof mit einer Aluminiumleiter auf den Kopf geschlagen hatte, nachdem besagter Nachbar ihn selbst mit einem Hochdruckreiniger im Gesicht verletzt hatte („Die Glocke“ berichtete mehrfach). Der Angeklagte, der heute in Namibia lebt, wurde daraufhin vom Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der 55-Jährige sollte außerdem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Verteidigung ging nach diesem Urteil in die Berufung und erhoffte sich einen Freispruch.

Am Dienstag ging es nun vor dem Bielefelder Landgericht weiter. Dort sah alles zunächst gar nicht nach einer Einigung aus. Beide Parteien lieferten sich sogleich wieder lautstarke Wortgefechte. „Hier geht es zu, wie auf einem türkischen Basar“, bemerkte Staatsanwältin Ute Beckmann. „Sie sind nur am sticheln“, fand auch Richter Königsmann und ergänzte: „Von allen Seiten kommen Aggressionen auf. Dabei habe ich mir hier heute nur darum eine Stunde Zeit genommen, weil ich hoffe, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden können.“ Und das gelang Matthias Königsmann tatsächlich. Nach seinem Vorschlag mit der Zahlung der 3500 Euro zogen sich die Parteien zu einer kurzen Beratung zurück und willigten schließlich ein.

Der Nebenkläger wird nach Zahlung des Geldes auch die zivilrechtliche Klage vor dem Amtsgericht Rheda-Wiedenbrück zurückziehen. Der Angeklagte wird seinen Strafantrag gegen den Nebenkläger nicht aufrecht erhalten.

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