Schloss erhält zwei Flügel zurück
Bild: Daub
Hinter dem Modell der „Appenburg“, wie Schloss Möhler im Mittelalter auch genannt worden ist, versammelten sich am Sonntag im Heimatmuseum: (v. l.) Hans Heinermann (Schlossmitinhaber), Hans Strickmann (Vorsitzender des Heimatvereins), Gudrun Mensing (Tochter des verstorbenen Schlossmitinhabers Theo Mensing), Tischler Antonius (Tönne) Westlinning und Schlossmitinhaber Wilhelm Reckendrees (der Stifter der Miniaturausgabe mit zwei Seitenflügeln).  
Bild: Daub

 Das Modell ist eine Schenkung der Familie Wilhelm Reckendrees. Der gute Besuch zur Eröffnung der Winteraustellung freute den Vorsitzenden des Heimatvereins Herzebrock, Hans-Hermann Strickmann, der das Ereignis als „nicht selbstverständlich“ bezeichnete, da „uns der Mietvertrag nach 30 Jahren vom Fürsten offiziell gekündigt worden ist“. Derzeit liefen die Planungen, wie es weitergeht. Es handele sich lediglich um eine „konstruktive Übergangsphase“ beruhigte Strickmann. Denn alle Beteiligten hätten ihren Willen bekundet, dass das Heimatmuseum weiterhin im Kloster bleiben solle. Er hoffe, dass ein neuer Mietvertrag bald unter Dach und Fach sei. „Dann können wir endlich mit einer zeitgemäßen Umgestaltung, gerade auch unter Einbeziehung moderner Medien, das Museum neu präsentieren.“

Das Zustandekommen der eigentlich traditionellen Winterausstellung habe dieses Mal der Zufall begünstigt: „Diese Schenkung war ein Knaller, sodass wir spontan die Ausstellung beschlossen haben.“ Die von Wilhelm Reckendrees in Auftrag gegebene Miniaturausgabe des Schlosses sei gleich viermal hergestellt worden. Aber nur ein Modell hat Tischler Tönne Westlinning in seiner ganzen Pracht, nämlich mit den – am Originalbau um 1850 abgerissenen – zwei Seitenflügeln erschaffen. Da es kaum Zeichnungen und keine Bildnisse aus dieser Epoche des Schlosses gibt, hat Westlinning nach freien Stücken die Gebäudeteile gestaltet.

Drei Modelle befinden sich im Besitz der drei Mitinhaberfamilien des Schlosses, das in den 1970er-Jahren Wilhelm Reckendreees, Theo Mensing und Hans Heinermann erworben und damit vor dem Verfall gerettet haben. Aus den Steinen der Flügelbauten soll die 1854 eingeweihte Schlosskapelle errichtet worden sein. Da die Historie eng mit der Kapelle Möhler zusammenhänge, habe man der Ausstellung auch die Geschichte der heutigen Kapelle St.Ludgeri hinzugefügt.

Strickmann dankte dem Kapellenverein Möhler als auch Erika Schulz, sowie Stephan und Bernardine Trostheide, die durch ihre Jubiläumsschrift „150 Jahre Kapelle Möhler“ wesentliche Informationen geliefert hätten. Dank gelte auch dem Rhedaer Heimatfreund Dr. Wolfgang Lewe. Er habe mit seinen Kenntnissen von alten Karten interessante Hinweise vermittelt. Für die Luftaufnahmen erhielt Michael Wöstheinrich Anerkennung.

Ziel der Ausstellung ist es, eine historische Betrachtung des Möhlerschen Schlosses zu vermitteln. Der Heimatverein könne in diesem Zusammenhang „keine Doktorarbeit schreiben“, sagte der Vorsitzende, „und sich auch nicht durch Archive arbeiten“. Aber dem Ziel, mit der Ausstellung ein Bild von der Schlossgeschichte aufzuzeigen, sei man hoffentlich ein Stück näher gekommen.

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