Serie Hofkreuze und Bildstöcke startet
Bild: Petermeier
Ein großer zeitlicher Aufwand verbirgt sich hinter den handgefertigten Kreuzen und Figuren von Willi Potthoff.
Bild: Petermeier

Der Ursprung aller Wegekreuze in Herzebrock-Clarholz ist laut Pastor Johannes A. Kudera schon vor vielen 100 Jahren zu finden. „Ich war selten in einer Region tätig, in der es so viele Hofkreuze und Bildstöcke gibt. Hier wird seit vielen Generationen das Christentum gelebt“, sagt der Pastor. Als Zeichen des lebendigen Glaubens zeugten die Kreuze von Erlebnissen, deren Geschichte durch die Generationen weitergegeben werde. Beispiele seien Kreuze für schwerwiegende Schicksalsschläge wie den Verlust eines geliebten Menschen oder auch die unversehrte Rückkehr eines Familienangehörigen aus dem Krieg.

Doch so individuell die Kreuze auch seien mögen, auch die Kirchengemeinde weiß sie aufgrund ihrer Symbolik zu schätzen. Noch heute seien Wegekreuze ein Ort, an dem Glauben gelebt werde. „Dort kann man seinen Glauben immer wieder aktualisieren. Das ist wichtig, denn ich sehe Gott nicht, und er antwortet mir auch nicht“, erklärt Kudera.

Aber es gibt auch Menschen, die sich rein beruflich mit den Wegebildern auseinandersetzen. Einer von ihnen ist der Herzebrocker Willi Potthoff, der als Bildhauer seit 1985 mehr als 600 Kreuze hergestellt hat.

Es komme auch immer wieder vor, dass Kreuze nach Unfällen oder Vandalismus aufwändig restauriert werden müssten. So seien durchaus schon Kreuze von einem Mähdrescher um- oder von einem Auto abgefahren worden, so dass der Wagen schließlich senkrecht auf dem Sockel gestanden habe. All das seien keine Seltenheiten. Von dem großen Problem, dem Kupferklau, seien die Herzebrocker Wegekreuze bislang allerdings verschont geblieben, sagt Willi Potthoff. Aber so viel der Herzebrocker durch seine Arbeit auch mit dem christlichen Zeichen zu tun hat: „Ich bin nicht mehr oder weniger religiös als andere Menschen“, sagt der Holzbildhauer.

Wer die Geschichte eines Hof- oder Wegkreuzes erzählen möchte oder einen Wunsch hat, über welchen Bildstock die „Glocke“ schreiben könnte, sollte sich in der Redaktion, Tel. 05241/86842, melden.

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