Sieben Jahre Haft nach Raubüberfall
Archivbild: Reinhardt
Bei dem Überfall im Jahr 2004 konnte die Spurensicherung Blutreste an der Haustür sichern. Sie überführten jetzt den Angeklagten.
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Der Mann muss für sieben Jahre in Haft. In die Strafe fließt das Urteil des Amtsgerichts Unna vom 10. Mai 2013 ein. Dort wurde der drogensüchtige Angeklagte wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Der Dortmunder sitzt die Strafe zurzeit in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwerte ab.

Der Vorsitzende Richter am Landgericht Bielefeld, Christoph Meiring, ordnete für den 36-Jährigen die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, sobald ein Jahr und sechs Monate der Strafe abgesessen sind. „Wenn das Urteil rechtskräftig wird und man die Zeit in der JVA mitanrechnet, könnten Sie die Behandlung noch vor Weihnachten aufnehmen“, sagte der Richter und räumte ein: „Das habe ich zu Beginn des Verfahrens nicht kommen sehen.“ Christoph Meiring stellte dem Angeklagten zudem die Möglichkeit in Aussicht, dass er bei erfolgreicher Therapie nur die Hälfte der Strafe absitzen müsse und auf Bewährung aus der Haft entlassen werden könne. Der Angeklagte ist seit fast 20 Jahren drogenabhängig und war das folglich auch zur Zeit des Raubüberfalls im Jahr 2004.

Aufgrund der Drogensucht waren kurzfristig auch noch Sachverständige hinzugezogen worden, die den Dortmunder am vergangenen Samstag in der JVA untersuchten und die Ergebnisse am Mittwoch vor Gericht vortrugen. Selbst im Strafvollzug war der Angeklagte wiederholt rückfällig geworden und hatte Heroinersatzstoffe zu sich genommen. Er zeigte sich aber einsichtig, „und das ist wichtig für eine Prognose, damit die Behandlung Erfolg verspricht“, so der Richter.

Trotz der Drogenabhängigkeit und der untergeordneten Rolle, die der Angeklagte bei dem Überfall in Groppel im Dezember 2004 gespielt habe, könne man aber nicht von einem minder schweren Fall sprechen. Schließlich hätten die drei Räuber eine Familie in deren häuslichen Umfeld in Todesangst versetzt. Der 36-Jährige habe zwar ein volles Geständnis abgelegt und sich auch bei der Familie entschuldigt, „aber die Absicht zur Schadenswiedergutmachung reicht nicht aus“, begründete der Richter sein Urteil.

Staatsanwältin Lena Farwick hatte zuvor für eine Haftstrafe von acht Jahren plädiert. Verteidiger Matthias Düllberg sprach sich für eine „milde Strafe“ aus.

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