Soldatenschicksale im Ersten Weltkrieg
Bild: Reinhardt
Im Foyer des Rathauses: Elisa aus Le Chambon-Feugerolles (links) und Hanna aus Herzebrock-Clarholz vor den Gedichten, die sie in ihrer jeweiligen Muttersprache vorgetragen haben.
Bild: Reinhardt

Bürgermeister Jürgen Lohmann und Gemeindearchivar Eckhard Möller eröffneten die Ausstellung am Dienstagnachmittag im Beisein von zahlreichen Gemeinderatsmitgliedern und von 24 französischen Gastschülern. „Für euch ist es selbstverständlich, dass Herzebrock-Clarholz und Le Chambon-Feugerolles freundschaftlich verbunden sind“, sagte Eckhard Möller. „Ihr könnt dazu beitragen, den Frieden zu erhalten, indem ihr diese Freundschaft weiter tragt“, so der Archivar zu den Schülern.

Bürgermeister Jürgen Lohmann erinnerte daran, dass der Erste Weltkrieg nur ausgebrochen sei, weil Menschen nicht miteinander gesprochen hätten. „Es ist wichtig, dass man miteinander redet“, sagte das Gemeindeoberhaupt. „Jedes Wort ist besser als der Griff zu einem Gewehr.“

Die aktuelle Ausstellung beleuchtet auf 16 zweisprachigen Tafeln 8 Schicksale von Soldaten aus Le Chambon-Feugerolles und 8 von deutschen Soldaten mit biografischen Bezügen zu Herzebrock-Clarholz. Dazu kommen sechs Tafeln mit Gedichten und Prosatexten französischer und deutscher Schriftsteller zum Ersten Weltkrieg. Hanna aus Herzebrock-Clarholz und Elisa aus Le Chambon-Feugerolles trugen einige davon anlässlich der Eröffnung in ihrer jeweiligen Muttersprache vor.

Rathausmitarbeiterin Julia Becker, die den Schüleraustausch in Herzebrock-Clarholz begleitet, sowie Elodie Hebrard und Pauline Brunon, die als Betreuer aus Frankreich mit in die Doppelgemeinde gekommen sind, informierten zweisprachig über die Hintergründe. „Obwohl die Erinnerungskultur an den Ersten Weltkrieg in Deutschland und Frankreich sehr unterschiedlich gepflegt wird, wollten beide Städte ein deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt realisieren“, sagte Julia Becker. Dabei habe es zwei Hauptanliegen gegeben: Zum einen sollte das Projekt eine deutliche Botschaft für Frieden und Versöhnung vermitteln, zum anderen sollte dadurch die Freundschaft, die die Verschwisterung prägt, vertieft werden.

Zunächst hatten beide Kommunen eigenständige Projekte entwickelt. Die Ausstellung „Mir geht es noch gut – Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel im Ersten Weltkrieg“ war im vergangenen Jahr im Rathaus zu sehen. Die aktuelle soll bis Oktober laufen und im Rahmen des Erwachsenenaustauschs mit einer Finissage abschließen.

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