Stehende Ovationen für „Messias“
Bild: Heumüller
Die Solisten: (hinten v. l.) Lassi Partanen (Tenor), Kevin Dickmann (Bass), Kantor Siegfried Buske sowie (vorn v. l.) Claudia Lawong (Sopran) und Barbara Grohmann-Kraaz (Alt).
Bild: Heumüller

 „Mylady, es lag nicht in meiner Absicht, Sie gut zu unterhalten, sondern ich wünschte, Sie zu einem besseren Menschen zu machen.“ Besser lässt sich auch gut 250 Jahre später nicht die Intention umschreiben, die Händel mit der Schöpfung dieses gewaltigen Werks verfolgt hat. Als einziges trägt es den Untertitel „A new sacred oratorio – Ein neues geistliches Oratorium“. Seine Strahlkraft und seine unmittelbare Wirkung auf die Menschen unterschiedlichster Prägung sind bis heute ungebrochen.

 Nicht anders ist das bei der glanzvollen Aufführung der genialen Vertonung in der St.-Christina-Kirche gewesen. Der ökumenische Arbeitskreis Kirchenmusik hat damit im Festjahr „30 Jahre Kirchenmusik in Herzebrock“ allen Freunden und sich selbst eine unvergleichliche Kostbarkeit geschenkt.

Das Oratorium ist eine einzige machtvolle musikalische Verkündigung der Heilsgeschichte auf der Grundlage von Bibelzitaten, angefangen von den Prophetien des Alten Testamentes bis hin zur Apokalypse des heiligen Johannes. Das hatten auch die Interpreten dieser von Erfolg gekrönten, fast dreistündigen Marathon-Aufführung von Beginn an im Blick. Das Solistenquartett aus Claudia Lawong, Sopran, Barbara Grohmann-Kraaz, Alt, Lassi Partanen, Tenor, sowie Kevin Dickmann, Bass, stellte bei allem erkennbaren Ehrgeiz sein Können in den Dienst der Musik. Dabei hinterließ vor allem Partanens „Tamino“-Stimme den nachhaltigsten Eindruck.

Mit dem Detmolder Orchester „La Réjouissance“ konnte Siegfried Buske, der als musikalischer Kopf eine souveräne Gesamtleitung ablieferte, sich erneut auf erfahrene Profis verlassen. Das Vokalensemble Herzebrock stand dem kaum nach. Signifikante Unterschiede zu Profis waren da nicht auszumachen. Kantor Buske hatte die Sängerinnen und Sänger in fast einjähriger Probezeit auf den Auftritt vorbereitet. So konnte die Chorformation voller Selbstbewusstsein glänzen.

Beethoven erreicht in vielen seiner Werke den Himmel. Mozart kommt von dort. Händels „Messias“ aber kommt vom Himmel und steigt wieder dorthin empor. Nach dieser Aufführung konnte es auch am Sonntagabend keine andere Einschätzung geben. Das Auditorium im voll besetzten Gotteshaus dankte mit stehenden Ovationen.

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