Tanne wird mit Augenmaß gerichtet
Bild: Schäfer
Einige Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat das Team in den Aufbau der Weihnachtskrippe investiert.  
Bild: Schäfer

Am Mittwochmorgen macht sich Tannenduft in der Pfarrkirche Herzebrock breit. Kein Wunder, acht Bäume liegen bereit und warten auf ihren dekorativen Einsatz in dem Gotteshaus. Ihnen gilt zunächst die Aufmerksamkeit der Männer. Mit dabei sind von den Familien Hunkenschröder Gerd, Bernhard, Klaus, Daniel, und Wilhelm sowie Ralf Elbracht und Wilhelm Hinkrohe. Unterstützt werden sie von den Kindern Florian und Felix Hunkenschröder sowie Leon und Lukas Jacke. Von Planlosigkeit ist keine Spur zu sehen. Vielmehr weiß jeder, was zu tun ist, und findet stets seinen Platz an der richtigen Stelle. „Wir kommen einfach gut miteinander aus“, sagt Wilhelm Hinkerohe. Die der meterhohen Tannen neben dem Hauptaltar werden nicht nur mit dem Zollstock, sondern vor allem aus verschiedenen Blickwinkeln ausgerichtet. Denn auch wer bei den Festmessen im linken Kirchenschiff sitzt, soll nicht den Eindruck gewinnen, die rechte Tanne stehe schief, bemerkt Gerd Hunkenschröder. Dem Mitglied des Kirchenvorstands St. Christina ist der Krippenaufbau inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Seine Familie mache das, „so lange ich denken kann“. 1951 sei er zur Kommunion gegangen, danach Messdiener geworden: „Und seitdem bin ich dabei.“ Damit ist er in die Fußstapfen seines Großvaters und Vaters getreten, die beide über lange Jahre die Aufgabe übernommen hatten.

Auf Wachs folgt Holz

In den Anfangszeiten Gerd Hunkenschröders wurde noch eine orientalische Krippe aufgebaut. „Die hatten Wachsgesichter und Textilkleidung“, blickt er zurück. Unter Pfarrer Noeker wurde 1959 eine neue Krippe aus der örtlichen Bildhauerei Vielstädte angeschafft. Der Stall aus Eiche, die Figuren aus Linde, ziert sie seit inzwischen 56 Jahren den Kirchenraum. Und hat noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren, stellt das Team um Gerd Hunkenschröder fest. Nachdem der Unterbau steht, geht es ans Positionieren des Stalls und der Figuren. Alles läuft mit System und Probleme ergeben sich am Mittwochmorgen nicht. Auch das Jesuskind liegt bereits im Stroh. „Das bringen wir in der Christmette in der Heiligen Nacht aber auch noch einmal zur Krippe“, sagt Lukas Jacke, der dann als Messdiener dabei ist. Die überwiegende Zeit des Jahres sind Hirten, Maria, Josef, Schafe, Engel und das Jesuskind in einem Raum über der Sakristei untergebracht. Der umfassende Unterbau für die Krippe wird anderweitig gelagert. Gegen Mittag ist die Arbeit erledigt, der letzte Dreck aufgefegt – und die Gruppe schaut zufrieden auf das Ergebnis.

SOCIAL BOOKMARKS