Thomas Tigges warnt vor Produktpiraterie
Bild: Reinhardt
Markenpiraterie: Thomas Tigges zeigt die Original-Kettensäge. Bei der Fälschung im Vordergrund stimmen nicht einmal die aufgedruckten Angaben zur PS-Zahl.
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Ein Kunde hatte die defekte Kettensäge bei der Firma Tigges, die auf den Verkauf und den Service für alle Arten von Land- und Gartengeräten spezialisiert ist, vorbeigebracht. „Von einer Reparatur habe ich aber abgeraten“, berichtet Thomas Tigges, denn das geschulte Auge des Fachmanns hatte sofort erkannt, dass es sich bei dem Gerät nicht um ein Markenprodukt handelt. „Wenn ich eine solche Maschine repariere und es passiert danach etwas, mache ich mich strafbar“, sagt der Fachmann.

Die orangefarbene Kettensäge sieht ihrem Original zum Verwechseln ähnlich. Selbst Fachleute hätten sich auf den ersten Blick täuschen lassen, so Tigges. Der Käufer aber, der die Säge auf einem Trödelmarkt erstanden hatte, sei aus allen Wolken gefallen.

„Die Markenfirmen schreiben vor, dass bei der Übergabe der Geräte an den Kunden ein Probelauf und eine Einweisung erfolgen muss“, sagt Thomas Tigges. Das gelte für alle Geräte, bei denen eine erhöhte Verletzungsgefahr bestehe. Dazu zählten unter anderem Motorsägen, Freischneider, Kantenschneider und Heckenscheren. Wer seine Kettensäge im Fachhandel oder Baumarkt erstehe, sei deshalb auch auf der sicheren Seite. „Dort wird niemand wagen, ein Gerät zu verkaufen, das nicht zugelassen ist und für das es keine Konformitätserklärung gibt“, so Tigges. Beim Kauf auf einem Trödelmarkt oder im Internet sehe das natürlich anders aus. Dort hätte der Kunde schließlich auch keinen festen Ansprechpartner. „Man muss dem Verkäufer in die Augen gucken können“, empfiehlt Tigges.

Kunden, die sich bei ihren Maschinen zu Hause nicht sicher seien, könnten gern zur Firma Tigges kommen und ihre Geräte vorbeibringen. „Auch wenn wir keine Reparatur vornehmen, können wir Empfehlungen aussprechen“, so Tigges. Wenn die Maschine zugelassen sei, könne er sie auch reparieren. Thomas Tigges rät den Käufern außerdem, sich im Internet schlau zu machen. Wenn unter dem Markennamen nur Ebay- und keine Firmen-Adressen auftauchten, könne man von einer Fälschung ausgehen. Dem Fachmann selbst sei bislang noch kein hundertprozentiges Plagiat untergekommen. Irgendwie habe er eine Fälschung bislang immer erkennen können.

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