Tönnies-Standort in Herzebrock schließt 
Bild: Schäfer
Das Werk an der Dieselstraße wird – voraussichtlich Ende April – geschlossen. Die Produktion soll an die Standorte in Badbergen und Delmenhorst verlagert werden.
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Über Gründe für die Schließung informierte Dr. André Vielstädte, Leiter Unternehmenskommunikation der Tönnies-Gruppe. Demnach wird die Produktion voraussichtlich Ende April an zwei Standorte verlagert. „Die Wurstwarenartikel gehen nach Delmenhorst, der Convenience-Bereich nach Badbergen“, erklärte der Konzernsprecher. Beide Sparten seien hoch spezialisiert und mit der Standortaufgabe Herzebrock-Clarholz würde eine Bündelung der Ressourcen in der Produktion umgesetzt.

Selbstverständlich gehe es um die Wirtschaftlichkeit, aber auch um eine Sicherung des hohen Qualitätsstandards, dem insbesondere durch Verarbeitungsbetriebe auf höchstem technischen Niveau Rechnung getragen werde. Mit der Entscheidung, die Produktion in den Hallen an der Dieselstraße einzustellen, gehe für die Mitarbeiter nicht zwingend die Arbeitslosigkeit einher. „Wir werden allen Beschäftigten das Angebot machen, in die Produktion nach Rheda-Wiedenbrück zu wechseln“, sagte Vielstädte.

Gespräche über weitere Nutzung des Gebäudes laufen

Und auch die Gebäude in Herzebrock-Clarholz sollen künftig nicht leer stehen. Zwar sei über die weitere Nutzung des Standorts noch nicht entschieden, „aber die Gespräche laufen“, so der Konzernsprecher. In Badbergen, das zum nördlichen Landkreis Osnabrück gehört, hatte die Tönnies-Unternehmensgruppe in den vergangenen Monaten unter anderem eine Produktionsstätte der insolventen Artland Convenience übernommen, nachdem das Kartellamt dem im September zugestimmt hatte.

Nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung hat der Rheda-Wiedenbrücker Konzern erheblich in den Standort Badbergen investiert, um die Produktionsbedingungen auf den neusten Stand zu bringen, nachdem in dem Schlacht- und Zerlegebetrieb jahrelang aufgrund knapper Kassenlage nur das Nötigste erledigt wurde. Kündigungen habe es in Badbergen nach der Übernahme durch Tönnies nicht gegeben. Die derzeit 350 Arbeitsplätze am Standort teilen sich Festangestellte und Werkvertragsarbeiter.

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