Trompetengrüße ans neue Jahr geschickt

 Vom gravitätisch einleitenden „Trumpet Volauntary“ John Stanleys und William Boyces spannte das etwa einstündige Programm über Kompositionen von Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann einen weiten zeitlichen Bogen bis zu Bernard Fitzgerald. Lupenreine Hochtöne, der Gleichklang von Kraft und Atem, die perfekte Beherrschung des Instrumentes einschließlich etlicher Verzierungen und ausgeprägte Musikalität kennzeichnen die Kunst Eckard Vinckes. Im Duo des Vortrags bewies sein Sohn Sebastian Vincke, dass er als Trompeternachwuchs dem Vorbild des Vaters mit hörbarem Erfolg auf der Spur ist.

Besonders eindrucksvoll gelang die Suite Nr. 1 von Georg Philipp Telemann, in deren Vortrag die Solisten einander abwechselten und im abschließenden Vivace das sechsteilige Werk strahlend ausklang. Aufhorchen ließ auch die „Sonata Vespertina“ des hierzulande selten gespielten mährischen Barockkomponisten Pavel Josef Vejvanovski Mit aller gebotenen Zurückhaltung sorgte Siegfried Buske für die angemessene musikalische Grundierung des virtuosen Duos. Im Solovortrag holte er aus der Chororgel alles heraus, was das kleine Instrument ihm an klanglichen Möglichkeiten bot, als er Georg Friedrich Händels vierteilige „Volontarie“ ebenso eindrucksvoll interpretierte wie die innigen Hirtenmelodien der Pastorale-Sätze von Johann Wilhelm Rathgeber.

Zum Finale bezog das musizierende Trio schließlich die Orgelbühne. Von dort herab erklang im vollen Format Bernard Fitzgeralds „Englische Suite“, die der amerikanische Trompetenprofessor und Komponist unserer Zeit nach Gehalt und Duktus dem berühmten Bachschen Vorbild gleichen Titels stil- und formgerecht abgelauscht hatte: drei betont ruhig fließende Sätze, die von einem Präludium eingeleitet und einen flotten Marschsatz beschlossen werden. Das von Instrumentalisten und Zuhörern gemeinsam angestimmte „O du fröhliche“ beendete für das beifallsfreudige Publikum einen bewegenden Neujahrsmorgen.

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