Unterkunft für Obdachlose und Asylbewerber
Bild: Schäfer
Die gemeindeeigene Freifläche an der Ecke Möhler- und Dieselstraße soll für den zweigeschossigen Neubau eines Asyl- und Obdachlosenheims genutzt werden. Maximal könnten dort 42 Personen untergebracht werden.
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Dafür sollen 100.000 Euro überplanmäßig bereitgestellt werden. Bereits im Februar 2018 war im nicht öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses bekanntgegeben worden, dass das bisher als Übergangswohnheim und Obdachlosenunterkunft genutzte Gebäude an der Gütersloher Straße 94 (Bild unten)marode und nicht mehr bewohnbar sei. Eine mögliche Sanierung wurde von der Politik aufgrund der erheblichen Kosten abgelehnt. Die Ausschussmitglieder plädierten damals für einen Neubau vor Ort und stellten dafür im Haushalt 2018 Mittel in Höhe von einer Million Euro ein.

Verwaltung steht unter Zugzwang

Trotz einer durch den Kreis Gütersloh in Aussicht gestellten Genehmigungsfähigkeit dieses Neubaus im

Außenbereich hat die zuständige Behörde der Bezirksregierung in Detmold den Ersatzbau aber abgelehnt. Es darf an der Gütersloher Straße nicht neu gebaut werden. Das hat die Verwaltung unter Zugzwang gesetzt. Sie musste eine Ersatzfläche suchen. Denn der Bedarf an Wohnraum für die Betroffenen ist nach wie vor hoch.

Zum Hintergrund: Als Übergangslösung und aufgrund des erheblichen Bedarfs an Unterbringungen während der großen Flüchtlingsstroms wurde in der Vergangenheit Wohnraum, insbesondere im Industriegebiet, angemietet. Die Wohnduldung dort war jedoch von Anfang an zeitlich begrenzt. So standen die Gemeinschaftsunterkünfte an der Benzstraße 1 und der Dieselstraße 107 mit 105 Plätzen nur bis Ende März zur Verfügung.

117 Personen sind aktuell untergebracht

Derzeit sind in gemeindeeigenen Unterkünften 18 Personen mit Flüchtlingsstatus (subsidiärer Schutz) sowie zehn Menschen, deren Asylverfahren laufen, untergebracht.

In den zwölf von der Gemeinde angemieteten Unterkünften wohnen 23 Geflüchtete, 30 Asylsuchende aus dem Irak, Iran, Afghanistan und Syrien sowie 15 weitere aus anderen Ländern. Hinzu kommen 17 sogenannte Geduldete. Bei fünf von ihnen ist eine Abschiebung aufgrund fehlender Dokumente nicht möglich. Hinzu kommen vier Obdachlose mit deutscher Staatsangehörigkeit, so dass aktuell 117 Personen untergebracht werden.

Mieten kosten jährlich 170.000 Euro

Für die Anmietung des Wohnraums entstehen Kosten von jährlich 170.000 Euro. Waren 2018 insgesamt 28 Personen zugewiesen worden, sind es in diesem Jahr bislang nur elf. Mit weiteren Zuweisungen wird nicht gerechnet.

Dennoch besteht aus Sicht der Verwaltung Handlungsbedarf, da die Unterbringung in angemieteten Wohnungen auf Dauer mit einem zu hohen Organisations- und Verwaltungsaufwand verbunden ist, und der Bestand an angemieteten Wohnungen aus Kostengründen zurückgefahren werden soll. Außerdem, so heißt es in der Vorlage, falle es zunehmend schwerer, für Familien mit Kindern angemessenen und geeigneten Wohnraum zu finden.

 Das gemeindeeigene Eckgrundstück an der Möhler-/Dieselstraße scheint auch dafür geeignet. Der Gemeinde schwebt ein multifunktionaler Neubau vor, in dem sowohl Alleinreisende/-lebende als auch Familien untergebracht werden können. Immer aber nur kurzfristig. Die Planungen sehen vor, dass das Gebäude in drei Abschnitten mit je zwei Wohneinheiten errichtet werden soll. Das Erdgeschoss soll barrierefrei ausgeführt werden - was bislang einmalig in der Gemeinde wäre.

Näheres über die Planungen und Kosten lesen Sie in der „Glocke“ vom 8. April.  

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