Wagenbauer holen Weizenähren vom Feld
Bild: Ahlke
Zur Weizenernte trafen sich Mitglieder der 15 Wagenbaugruppen der Erntedankgemeinschaft Clarholz-Sundern auf einem Feld der Familie Spliethoff in Lette. Den Gastgebern wurde mit einem dreifachen „Ernte-Dank“ für die Nachbarschaftshilfe gedankt.
Bild: Ahlke

Wenn Nachbarn Freunde sind, dann kann man sich aufeinander verlassen. Zwischen den Dorfgemeinschaften Clarholz und Lette sei die Freundschaft seit langem gewachsen, schon durch die Verbindung der Prämonstratenserklöster, beruft sich Franz-Josef Tegelkamp als Vorsitzender der Erntedankgemeinschaft Clarholz-Sundern auf eine damit seit dem frühen 12. Jahrhundert lebendige Tradition. Anders als in offiziellen Kalender vermerkt, wird das Erntedankfest in Clarholz nach katholischer Tradition am ersten Sonntag nach Michael gefeiert.

Die anhaltende Trockenheit bereitet allerdings nicht nur den Landwirten große Sorge. Ein Zollstocktest im Letter Weizenboden ergab eine Trockenheit von mehr als 80 Zentimetern, so Franz-Josef Tegelkamp. Dabei sei der Weizenboden dort besser als im Clarholzer Sundern, wo er noch schwerer ist. In diesem Jahr sind die Ähren besser ausgeprägt und länger. Eigenschaften, wie sie für die Weiterverarbeitung benötigt werden.

Denn mit dem Weizen werden die Festwagen, die Kirche, die Straßen und das Festzelt geschmückt. Die Landjugend bindet daraus traditionell die Erntekrone für den ersten Festwagen und für die St.-Laurentius-Pfarrkirche. Dazu bedarf es der gesamten Weizenähre. Da moderne Mähdrescher gleichzeitig den Weizen dreschen und die Spreu zerkleinern, kam am Samstag erneut eine Maschine zum Einsatz, die die Ähre ganz lässt: der aus den Vorjahren bewährte „Massey Harrison Selbstbinder“ aus dem Jahr 1945. Angehängt wurde er an den „McCormick International Farmall D-320“ von 1956 mit angebautem Schleppermähwerk. Andreas Rohde steuerte ihn durch die Ackerfurchen, während Michael Hunolt den Selbstbinder bediente.

Alle fassten an, um die gebündelten Garben zu sammeln und mit Treckern und Anhängern abzutransportieren. Auf den Höfen werden die Garben dann noch zum Trocknen gerichtet. „Das Erntegut muss gepflegt werden, damit sich die Ähren nicht krümmen“, erläutert Franz-Josef Tegelkamp.

Dahlien und Sonnenblumen kommen noch dazu

Außer zur Weizenernte treffen sich die Mitglieder die Wagenbaugemeinschaften auch noch auf anderen Feldern in Clarholz, Lette und Herzebrock, die sie pflegen. Allein an Dahlien gilt es, eine rund 10 000 Quadratmeter große Fläche zu unterhalten. 5000 Quadratmeter Sonnenblumen kommen noch hinzu. Sie werden immer um Heinrich (15. Juli) ausgesät, um pünktlich zum Erntedankfest in voller Blüte zu stehen.

 Mit den farbenprächtigen Blumen werden die Umzugswagen fantasievoll gestaltet. Wer Interesse und Ideen hat, als neue Wagenbaugruppe mitzumachen, ist immer willkommen und wird mit Rat und Tat begrüßt. Das Erntedankfest wird am letzten September-Wochenende gefeiert. Los geht es am Freitag, 28. September, ab 21 Uhr mit dem Sommer-Kehraus, der Summer-Closing-Party mit der HVMC-Mobildiscothek. Am Samstag, 29. September, beginnt um 20 Uhr die Erntedankparty mit Live-Band und der Sonntag, 30. September, gehört ab 14.30 Uhr dem großen Festumzug mit anschließender Clarholzer Herbstwoche. 

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