Wechsel bei den Schiedsmännern
Bild: Reinhardt
Wechsel bei den Schiedsmännern: (v. l.) Herbert Strotmann, Heinz Falkenreck, Jürgen Lohmann, Hubert Topp-Tegelmeister, Christian Friehoff und Alfons Schlautmann.
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 „Zehn Jahre sind lange genug. Außerdem sagen die Statuten des Landes, dass jemand, der über 70 ist, nicht wiedergewählt werden soll“, erläutert Alfons Schlautmann. Das trifft sowohl auf den ehemaligen Vorsitzenden des Seniorenbeirats als auch auf Hubert Topp-Tegelmeister zu.

Die Nachfolger der beiden Streitschlichter wurden am Dienstagabend im Rathaus vorgestellt. Es sind der Herzebrocker Ortsvorsteher Heinz Falkenreck (63) und der pensionierte Berufssoldat Herbert Strotmann (60) aus Clarholz. „Wir sind gefragt worden“, sagen die beiden Neuen unisono zu ihren Beweggründen künftig als Schiedsmänner zu fungieren. Der Gemeinderat wählte die Streitschlichter dann in nichtöffentlicher Sitzung. „Es ist eine gute Wahl. Beide sind bei den Leuten bekannt und genau die richtigen für den Posten“, verteilte Bürgermeister Jürgen Lohmann Vorschusslorbeeren. Das Gemeindeoberhaupt nutzte auch die Gelegenheit, sich bei den scheidenden Schiedsmännern für ihre geleistete Arbeit zu bedanken.

63 Prozent der Fälle habe man in den vergangenen zehn Jahren nach dem Motto „schlichten statt richten“ lösen können. Dabei seien die Fallzahlen in den vergangenen Jahren rückläufig. „Anfangs hatten wir manchmal drei Fälle pro Woche“, blickt Schlautmann zurück.

Die Arbeit sei allerdings auch mit viel Bürokratie verbunden. Mehr als 20 Formulare gelte es auszufüllen, wenn die Schiedsleute in Aktion treten. „Wir tendieren deshalb zu den Tür-und-Angel-Fällen“, erläuterte Schlautmann. Die seien unbürokratischer. Es müsse dafür kein Termin im Rathaus anberaumt werden. Ein Verfahren, das auch Hubert Topp-Tegelmeister lag. Er schlichtete so manchen Streit an der Theke. „Als ich mich für den Job bereiterklärt habe, wusste ich nicht, dass das mit so viel Papierkram verbunden ist“, sagt der Ehrenvorsitzende der Erntedankgemeinschaft Clarholz-Sundern.

Interessante und verrückte Fälle habe man geschlichtet. Da ging es um krähende Hähne morgens um 4 Uhr oder um die Schalke-Fahne neben dem Grundstück des BVB-Fans. „Es gab auch Dauerkunden. Manche kamen in den zehn Jahren schon vier Mal“, blickt Schlautmann zurück. Diese Kunden dürfen jetzt Heinz Falkenreck und Herbert Strotmann übernehmen.

Auf eine erfolgreiche Arbeit der neuen hofft auch der Direktor des Amtsgerichts Rheda-Wiedenbrück, Christian Friehoff. „Wir sind froh über jeden Fall, den Sie befrieden“, sagte er.

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