Wohnprojekt für Menschen mit Handicap
Bild: Borgelt
Am Südhoffsweg entsteht ein Wohnprojekt für junge Menschen mit Handicap: (hinten v. l.) Marcel Wittop, Hans-Willi Pastors (Evangelische Stiftung Hephata), Architekt Jan Marius Geller, Anja und Markus Krähenhorst, Bürgermeister Jürgen Lohmann und (vorn v. l.) die jungen Mieter Andreas Schwarze, Daniel Wenzel, Daniel Beulig, Hanna Hanhart und Amelie Henke.
Bild: Borgelt

„Das Kochen übt meine Mutter noch mit mir“, sagt Daniel freudig. Im neuen Zuhause wird er seine haushaltstechnischen Fähigkeiten gut gebrauchen können. Am Donnerstag, Punkt 7.10 Uhr gossen Betonbauer die Sohle des neuen Appartementhauses, das die jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis 31 Jahren beziehen werden. In sechs Wochen ist Richtfest, spätestens Anfang März 2013 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz stellte ein 900 Quadratmeter großes Grundstück in zentraler Lage am Südhoffsweg 19 zur Verfügung. Dort bauen Anja und Markus Krähenhorst einen zweieinhalbgeschossigen Neubau mit einer Gruppenwohnung für ambulant betreutes Wohnen und vier normalen Wohnungen im Dachgeschoss, geplant von Architekt Jan Marius Geller. Die 370 Quadratmeter große Gruppenwohnung enthält acht barrierefreie Appartements mit Balkon, eine gemeinsame Küche und einen Aufenthaltsraum. Sieben künftige Mieter kennen sich bereits aus Kindergartenzeiten und dem gemeinsamen Besuch der Michaelis-Schule.

Inzwischen sind Hanna Hanhart, Amelie Henke, Marcel Wittop, Daniel Beulig, Daniel Wenzel, Andreas Schwarze und Dominik Cesarz beim Wertkreis Gütersloh beschäftigt. Ihre Freizeit verbringen sie oft gemeinsam. Auch zwischen ihren Eltern ist Freundschaft entstanden. 2007 schrieben sie alle umliegenden Städte und Gemeinden für das nun gestartete Projekt an. „Herzebrock-Clarholz zeigte die größte Offenheit“, sagt Andreas Henke, Vater einer künftigen Mieterin. 2009 wurden die Gespräche konkret.

Hans-Willi Pastors, Fachberater der Evangelischen Stiftung Hephata aus Mönchengladbach, begleitet Gruppe und Bau. Der überregionale Träger der Behindertenhilfe realisiert bundesweite Projekte. Im Kreisgebiet entstand die erste Wohngemeinschaft für junge Menschen mit Behinderungen vor zwei Jahren in Halle. „Die Wohnform funktioniert gut“, urteilt Hans-Willi Pastors. Er lobte Gemeinde und Bürgermeister Jürgen Lohmann für das bereitgestellte Grundstück in zentraler Lage.

Die jungen Mieter hatten sich eigens Urlaub genommen. Sie können es kaum abwarten, dass sie demnächst „alles allein machen dürfen“. Worauf sie sich besonders freuen? Freunde in die künftige Wohnung einzuladen und auf eigene Computer.

SOCIAL BOOKMARKS