Yüksel Ekinci-Kocks erzählt ihr Leben 
Bild: Reinhardt
Ein Dankeschön für einen interessanten Nachmittag: (v. l.) die stellvertretende Vorsitzende der Frauen-Union Herzebrock-Clarholz, Walburga Falkenreck, Yüksel Ekinci-Kocks und die Vorsitzende der Frauen-Union des Kreises Gütersloh, Ursula Doppmeier.
Bild: Reinhardt

Jetzt kam sie zurück nach Herzebrock, um ihre spannende Lebensgeschichte zu erzählen. Eingeladen hatte die Frauen- Union (FU) des Kreises Gütersloh mit ihrer Vorsitzenden Ursula Doppmeier im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Erfolgreich … und weiblich“. Am liebsten hätte Yüksel Ekinci-Kocks ihre Geschichte in der KÖB erzählt. Doch das war nicht möglich, und so kamen Freunde, Weggefährten sowie interessierte Frauen und Männer in den Wintergarten des Pflegewohnheims St. Josef. Unter den Gästen war auch der langjährige Rektor der Von-Zumbusch-Hauptschule, Dietrich Beimdiek, bei dem Yüksel Ekinci-Kocks die Schulbank gedrückt hatte.

Von ihrer Schulzeit berichtet die gebürtige Türkin heute mit einem Lächeln. 1972 war sie zunächst in Stromberg eingeschult worden, wo ihr Vater seit 1969 als Gastarbeiter lebte. Nach nur drei Monaten zog die Familie dann nach Herzebrock, wo Yüksel Ekinci-Kocks nicht nur die Grund- sondern auch die Hauptschule besuchte. „Wir hatten überhaupt keine Bücher“, blickt sie zurück. Umso begeisterter war sie deshalb von der KÖB. Durch das Lesen wurden die Schulnoten schnell gut. „Bis zur dritten Klasse habe ich kaum gesprochen“, erzählt Yüksel Ekinci-Kocks und ergänzt: „Heute bin ich beim Reden kaum mehr zu stoppen.“

Nach der Hauptschule in Herzebrock wechselte Yüksel Ekinci-Kocks auf die Handelsschule in Rheda-Wiedenbrück. Dort schloss sie als Jahrgangsbeste ab. Ihr Abitur machte sie dann ebenfalls als Jahrgangsbeste allerdings in Istanbul. Denn in der Türkei, wo sie bis dahin nur im Urlaub zu Besuch gewesen war, hatte sie sich in dieser Zeit verliebt und wollte bleiben. Erfolgreich absolvierte sie ein Studium der Deutschen Philologie und Pädagogik an der Universität Istanbul und erhielt ein Stipendium für ein Studium der Deutschen Philologie an der Universität Salzburg, wo sie 2002 auch promovierte.

Alles, was Yüksel Ekinci-Kocks in Angriff nimmt, verläuft erfolgreich. Ihr Rezept: „Nicht aufgeben, an sich glauben und sich nicht verunsichern lassen.“ Selbstbewusst zu sein, sei vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund enorm wichtig.

SOCIAL BOOKMARKS