Zehn Jahre nach Raubüberfall vor Gericht
Archivbild: Reinhardt
Blick ins Jahr 2004: Einen Tag nach dem Überfall arbeitete die Spurensicherung auf dem Hof an der Groppeler Straße.
Archivbild: Reinhardt

Am Abend des 8. Dezembers 2004 waren die drei Ganoven in ein Wohngebäude auf einem Bauernhof an der Groppeler Straße eingedrungen. Dort hatten sie den damals 71-jährigen Hausherren, seine Ehefrau und deren spastisch gelähmten Sohn überfallen. Die Männer forderten die Herausgabe von Bargeld.

Laut Staatsanwaltschaft ging es den Räubern um den Inhalt eines Tresors, der sich ihrer Meinung nach in dem Haus befand. Die Staatsanwaltschaft legt dem heute 36-jährigen Angeklagten unter anderem zur Last, gemeinsam mit seinen Kumpanen den Hausherren mit einem Kerzenständer aus Messing geschlagen zu haben.

Nachdem der Herzebrocker den Räubern lediglich einen Topf mit Kleingeld in einer Küchenschublade gezeigt hatte, bedrohten sie den behinderten Sohn der Familie außerdem mit einer Pistole. Der Hausherr händigte den Ganoven daraufhin eine Tasche mit mehr als 2000 Euro Bargeld aus. Die Suche nach dem Tresor brachen die Männer dann ab. Sie flüchteten, als die Enkeltochter des Bauern mit ihrem Freund im Auto auf den Hof fuhr.

Bereits am 25. März 2011 war einer der drei Komplizen vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld wegen besonders schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Der heute 32-Jährige zeigte sich damals geständig, machte aber keine Angaben zu seinen Kumpanen, die an dem Überfall beteiligt waren. Von dem dritten Mann fehlt bislang jede Spur.

Der Vorsitzende Richter Reinhold Hülsmann hatte 2011 von einer „erheblichen körperlichen Misshandlung“ gesprochen. Die Staatsanwaltschaft sah ein „Horrorszenario“ für die Opfer. Der heute 80-jährige Herzebrocker berichtete von Albträumen, die er nach dem Überfall lange Zeit gehabt habe. Ehefrau und Sohn wirkten auch mehr als sechs Jahre nach dem Überfall noch sichtlich mitgenommen.

Der Prozess vor der vierten Strafkammer des Landgerichts Bielefeld beginnt am Freitag, 18. Juli, um 9 Uhr. Fortsetzungen sind für Montag, 21. Juli, Mittwoch, 23. Juli, und Mittwoch, 30. Juli, ebenfalls jeweils ab 9 Uhr geplant.

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