Zoé fühlt sich auf der Baustelle wohl
Spaß mit den Mädchen und Jungen im DRK-Kindergarten Poststraße unter der Leitung von Karin Schnitker (vorn) hatten (v. l.) Paulo Nordemann und Simon Stricker. Davon machten sich (hinten v. l.) die Berufswahlkoordinatorin der Realschule, Stephanie Lürwer, Jutta Duffe von der Gemeindeverwaltung und die Berufswahlkoordinatorin der Realschule, Ulrike Thomas-Groh, ein Bild.

„Mit den beiden Schülerinnen, die bereits beim offiziellen Girls’/Boys’ Day am 27. März mitgemacht haben, beteiligen sich damit 30 Prozent des achten Jahrgangs an dem Kurzpraktikum“, freut sich Berufswahlkoordinatorin Ulrike Thomas-Groh, die die Schüler gemeinsam mit ihrer Kollegin Stephanie Lürwer betreut. Unterstützt werden sie dabei von Jutta Duffe von der Gemeindeverwaltung.

Jungen in frauentypischen Berufen

Das Besondere an den Praktika des Girls’/Boys’ Days: Die Mädchen schnuppern in männertypische und die Jungen in frauentypische Berufe hinein. „Estrichverlegen ist garantiert nichts für Frauen. Da hat sie sich einen der härtesten Berufe ausgesucht, die es gibt“, sagt Mario Spiering über das Kurzpraktikum seiner Tochter Zoé. Der Clarholzer arbeitet bei der Heerder Firma Ziegelmann und hat dabei für drei Tage seine Tochter an seiner Seite. Die 15-Jährige folgt damit dem Ursprung des Girls’ Days in den Vereinigten Staaten, wo seit 1993 jedes Jahr Mädchen einen Tag am Arbeitsplatz ihrer Eltern, Verwandten oder Bekannten hospitieren. Zoé fühlt sich wohl auf der Baustelle des neuen Dialyse-Zentrums am St.-Vinzenz-Hospital in Wiedenbrück. Ihren Vater auf Baustellen zu begleiten, ist nicht neu für sie.

Um 6 Uhr auf die Baustelle

„Er hat mich schon mitgenommen, als ich noch jünger war“, verrät sie. Dass sie um 5 Uhr aufstehen musste, um ab 6 Uhr den Lastwagen mitzubeladen, hat ihr nichts ausgemacht. „Ich hätte jetzt in den Ferien auch nichts Besseres zu tun gehabt als das Kurzpraktikum“, sagt die Clarholzerin lachend. Spaß haben auch Paulo Nordemann und Simon Stricker, die im Kindergarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Postweg hospitieren. Bei den Kleinen kommen die beiden Jungen sehr gut an, und Kindergartenleiterin Karin Schnitker hält sie für durchaus talentiert, obwohl Simon sich sicher ist: „Im Kindergarten wollte ich später eigentlich nicht arbeiten.“ Was genau er dann machen möchte, weiß der 14-Jährige aber noch nicht. Das gilt auch für Paulo Nordemann. „Es macht Spaß mit den Kindern“, sagt der Achtklässler. Später im Kindergarten zu arbeiten, das will er nicht ausschließen.

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