Zukunft der Jugendfreizeitstätte ungewiss
Bild: Reinhardt
Die Räume der Jugendfreizeitstätte St. Christina sind voll eingerichtet und können sofort wieder genutzt werden. Pastor Johannes A. Kudera versucht sich am Kicker mit Lina Wöstmann.
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Es war am 23. April 2007 auf einer Herzebrocker CDU-Versammlung, als Pfarrer Horst Kortmann seinem Ärger erstmals öffentlich Luft machte. Damals hatte ihm der Kreisjugendpfleger mitgeteilt, dass die Jugendfreizeitstätte zum 1. August 2008 geschlossen werden sollte. Pfarrer Kortmann kündigte an, sich in den damals noch drei verbleibenden Monaten seiner Amtszeit vor seinem Ruhestand vehement für den Erhalt der Jugendfreizeitstätte einzusetzen und appellierte auch an die Anwesenden der Versammlung im Kolpinghaus, ihn zu unterstützen.

Tatsächlich wurden bis zum Sommer 2008 insgesamt 1109 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung gesammelt und vor einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kreishaus an den Kreisdirektor übergeben. Aber es half nichts: Aufgrund gekürzter Landesmittel entschied sich der Kreis, bei den hauptamtlichen Jugendhausleitern zwei Stellen einzusparen. Da Herzebrock-Clarholz mit damals drei Einrichtungen als überproportional besetzt galt, traf es St. Christina.

Dennoch ging die Jugendarbeit in der Herzebrocker Kirchengemeinde auch ohne Unterstützung des Kreises weiter. Die Kommune förderte die Stelle weiterhin mit 15 000 Euro jährlich, so dass sich die Katholische Kirchengemeinde dazu entschied, die Jugendhausleitung mit einer halben Stelle neu auszuschreiben. Zum 15. September 2008 übernahm die Münsteranerin Sabine Peters die Leitung. Sie blieb jedoch keine zwei Jahre und kündigte zum 30. Juni 2010.

Doch auch das war noch nicht das Aus für die offene Kinder- und Jugendarbeit in St. Christina. Vier jugendliche Honorarkräfte sorgten bis vor einigen Monaten dafür, dass die beliebten Angebote wie Kinder-, Mädchen- und Jugendtreff weiter aufrechterhalten werden konnten. „Doch die sind aufgrund von Ausbildung und damit verbunden Ortswechseln dazu nicht mehr in der Lage“, bedauert Pastor Johannes A. Kudera und ergänzt: „Der Bereich liegt brach.“

An den Räumlichkeiten der Jugendfreizeitstätte hätten zwar Messdiener und die Katholische Landjugendbewegung Interesse angemeldet, so der Pastor, aber überwiegend seien die Räume im Dachgeschoss des Herzebrocker Pfarrzentrums ungenutzt. Dass sei schade, denn mit einer Werkstatt, Küche sowie einem Aufenthaltsraum mit Fernseher, Billardtisch und Kicker seien sie komplett eingerichtet und warteten quasi auf Besucher.

Die Hoffnung, dass sich jugendliche Honorarkräfte finden, die die offene Kinder- und Jugendarbeit wieder aufleben lassen, will der Pastor noch nicht aufgeben. Interessenten sollten sich bei ihm persönlich im Pfarrhaus oder unter w 05245/2370 melden.

Der Zuschuss der Kommune soll für 2012 allerdings bereits auf 3000 Euro gekürzt werden. Dafür haben sich bereits die Mitglieder des Jugend-, Familien-, Senioren und Sozialausschusses einstimmig ausgesprochen, „Weil dort derzeit keine offene Kinder- und Jugendarbeit stattfindet“, begründete Kämmerer Heinz-Dieter Wette. Die Kommune sähe es ohnehin lieber, wenn ausgebildete Fachkräfte in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in St. Christina aktiv wären. Doch eine Leitungsstelle soll nicht mehr ausgeschrieben werden. Dafür reichen die Mittel einfach nicht aus.

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