Zwei Porträts ergänzen den Zyklus
Zwei Porträts aus dem im 18. Jahrhundert entstandenen Ölgemäldezyklus zur Geschichte des Klosters Herzebrock – links Bischof Egilmar und rechts Luitbrand – wurden restauriert und bereichern die Dauerausstellung des Heimatmuseums: (v. l.) Dieter Mersmann, Paul Ahlke, Karl-Heinz Buddenborg und Jürgen Lohmann.

Sie ergänzen die dort bereits ausgestellten fünf Gemälde zur Klostergeschichte und bereichern die Dauerausstellung. Alle stammten aus einem Zyklus, den die Benediktinerinnenäbtissin Maria Barbara von Doetinchem während ihrer Amtszeit im Kloster Herzebrock (1762 bis 1789) zur Dokumentation der Klostergeschichte anfertigen ließ, erläuterte Archivar Karl-Heinz Buddenborg. Besonderen Wert habe sie dabei auf erklärende Bildunterschriften sowie die detailgetreue Wiedergabe der Wappen und Siegel der Äbtissinnen gelegt. Kernstück ist der ebenfalls im Heimatmuseum zu sehende Stammbaum der Äbtissinnen – beginnend mit der Äbtissin Duda, Tochter der Klostergründerin Waldburg, bis hin zur Auftraggeberin der Gemälde. „Stammbaum der Äbtissinnen des uralten und durch kaiserliche Urkunde freien und privilegierten Klosters Herzebrock, gegründet 860“ lautet die Bildunterschrift.

Fund bei Aufräumarbeiten

Eine Dokumentation des vollständigen Gemäldezyklus gibt es nicht. Von 18 Ölgemälden weiß man, 14 befinden sich seit der Auflösung des Klosters im Zuge der Säkularisation 1803 teilweise im Besitz der katholischen Kirche, der Gemeinde, des Heimatvereins und in privaten Händen. So auch die beiden neu vorgestellten Gemälde. Sie überdauerten auf dem Dachboden der Familie Paul Ahlke in Herzebrock. „1944 hat die SS bei Schießübungen im Herzebrocker Kloster mit Pistolen auf die Bilder geschossen“, erinnert sich Paul Ahlke. Nachdem sie bei Aufräumarbeiten zutage gefördert worden waren, setzte er sich mit dem Heimatverein in Verbindung, um die Bilder dauerhaft zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Unterstützung durch Gemeinde und Kreisparkasse

 Der Heimatverein hat sie mit Unterstützung durch die Gemeinde und die Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück erworben. Restauriert wurden sie durch die Paderborner Fachwerkstatt für Bau- und Kunstdenkmalpflege „Ars Colendi“. Bürgermeister Jürgen Lohmann dankte Paul Ahlke, dass er die Bilder erhalten habe, und dem Heimatverein, dass er sich um die Finanzierung von Erwerb und Restaurierung gekümmert habe. Die Bilder würden hervorragend ins Heimatmuseum passen. „Vielleicht finden wir die anderen Bilder ja auch noch“, so der Bürgermeister. Dieter Mersmann lädt ein, sich die Gemälde in der Ausstellung zur Kloster-, Orts- und Heimatgeschichte anzusehen.

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