Zweiter Bürgermeisterkandidaten-Check
Bild: Schäfer
Gesprächsrunde der drei Bürgermeisterkandidaten in der Zehntscheune: (v. l.) Marco Diethelm (CDU), André Kunst (UWG), Moderator Klaus Brandner (SPD) und Petra Lakebrink (GAL).
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Der Sozialdemokrat, ehemaliges Mitglied im Bundestag und Staatssekretär, moderierte die Gesprächsrunde mit Petra Lakebrink (GAL), Marco Diethelm (CDU) und André Kunst (UWG) in der Zehntscheune. Wobei letzterer betonte, als unabhängiger Kandidat dabei zu sein – wenn auch mit Unterstützung der UWG, die keine Partei, sondern ein Verein sei. Da kam er mit Diethelm nicht auf einen Nenner, der sicher war, auch mit der UWG eine Partei vor sich zu haben.

Knapp 50 Zuhörer begrüßte Heinz Willikonsky als Vorsitzender des SPD-Ortsvorstands. Wie beim ersten von der FDP organisierten Check im März gab es eine persönliche Vorstellung der potenziellen Lohmann-Nachfolger. Im Anschluss widmete sich Klaus Brandner verschiedenen Themenbereichen, um Meinungen auszuloten und sich so den Menschen, die das Amt des ersten Bürgers der Gemeinde anstreben, zu nähern. Denn, so der Sozialdemokrat, letztlich sei es eine Persönlichkeitsentscheidung, die der Wähler treffe. Denn insbesondere auf kommunalpolitischer Ebene würde die Mehrheit der Beschlüsse fraktionsübergreifend und pragmatisch getroffen.

Einige Unterschiede kristallisierten sich am Donnerstag heraus. Auf die Frage, ob die Investitionen der Gemeinde eher wirtschaftsfreundlich oder -feindlich seien, betonte André Kunst, dass alles, was in Bildung und damit in Kinder investiert werde, gut sei. „Den Stempel, dass alles, was für Kinder ist, automatisch gut ist, teile ich nicht“, so Marco Diethelm. Aktuell gebe es in der Gemeinde einen A+-Standard. „Vielleicht reicht auch mal ein B, denn langfristig muss man auch die Finanzen im Blick haben.“ Petra Lakebrink: „Natürlich müssen wir auf die Finanzen achten, aber nicht in erster Linie bei Bildung und Familien.“

Für die nördliche Entlastungsstraße sprachen sich alle Kandidaten aus. „Sie ist dringend nötig, möglichst mit einer Anbindung an die B 64“, so die GAL-Kandidatin. „Ich bin dafür, dass die gebaut wird“, so André Kunst, der ebenfalls einen Vorteil in der Führung bis zur B 64 sieht. „Die nördliche Entlastungsstraße ist eine sehr, sehr gute Lösung“, so Diethelm. Er aber forderte, in Sachen Anbindung an die Bundesstraße den Menschen nichts vorzumachen. Übergeordnete Stellen hätten sie abgelehnt, das müsse man auch kommunizieren. Für kreative Lösungen sprachen sich alle drei in puncto ärztlicher Versorgung aus.

Spontane Proteste aus dem Publikum erntete Diethelm, als er bei einem Themenbereich davon sprach, dass „Frauen die Herausforderung zu meistern hätten, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“. Das gelte natürlich auch für Männer räumte er danach ein. Kritik gab es aus der Zuhörerschaft auch für André Kunst, der auf einem Werbefaltblatt in einer E-Mail-Adresse bereits seinen Namen in Verbindung mit dem Wort Bürgermeister angibt. „Das ist vom Stil her nicht prickelnd. Bürgermeister ist immer noch Jürgen Lohmann“, so Besucher Heinz Falkenreck.

Als Moderator ließ sich Klaus Brandner stellenweise auch zu ausführlichen Beiträgen hinreißen. „Jetzt argumentiere ich mal. Sonst sind sie nachher Bürgermeister“, wollte Petra Lakebrink das Gleichgewicht wieder hergestellt wissen. Ein Termin für einen nächsten Kandidatencheck ist noch nicht bekannt.

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