30 Prozent der Gerste erfroren
Bild: Heckemeier
Die Teilnehmer des Feldbegangs informierten sich über die Ernteaussichten.
Bild: Heckemeier

Mitunter kräftig in die Pedalen treten mussten die Radler, um einige Felder über den „langen Berg“ zu erreichen. Die Besitzer der jeweiligen Flächen gaben Erläuterungen zu ihrem Grünland, zu ihren Äckern mit Gerste, Mais und Weizen.

Frühjahr mit Besonderheiten

Burkhard Linneweber von der Landwirtschaftskammer, als Pflanzenbau- und Pflanzenschutzberater zuständig für den Kreis Gütersloh, hatte die passenden Tipps für die weitere Bewirtschaftung parat. Er sprach auch die Besonderheiten des Frühjahrs 2012 an, und gab Ratschläge zu noch anstehenden Maßnahmen hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz der einzelnen Ackerfrüchte bis zur Ernte. Außerdem informierte Linneweber über die gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel.

Felder mussten neu bestellt werden

„Der Dezember und der Januar waren sehr mild, dadurch ist keine natürliche Winterhärte beim Wintergetreide aufgebaut worden. Dann wurden die Landwirte Anfang Februar zwei bis drei Wochen lang mit Kahlfrost bis zu 20 Grad unter Null konfrontiert, was ohne schützende Schneeauflage zu einem hohen Anteil an Erfrierungen bei Gerste und Weizen geführt hat“, erklärte Linneweber gegenüber der „Glocke“ die Besonderheiten des vergangenen Winters und Frühjahrs. Für den gesamten Kreis Gütersloh seien 30 Prozent Gerste und 15 Prozent Winterweizen erfroren. Diese Flächen hätten mit einem hohen Kostenaufwand umgebrochen und mit Sommergerste sowie Mais neu bestellt werden müssen.

„Optisch gutes Bild“

Zurzeit zeigten die Feldfrüchte – wie Wintergerste, Winterweizen, Triticale, Winterroggen, Winterraps und Mais – durch das stark eingesetzte Wachstum, ein „optisch gutes Bild“, sagte der Fachmann der Landwirtschaftskammer. Das dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Ackerfrüchte dünner stünden und daher ertraglich, insbesondere wenn es trocken bleibe, weniger gut ausfallen würden.

„In den kommenden Wochen werden alle Getreidearten die Ähren ausbilden und mit der Kornausbildung beginnen. Bleibt es trocken und sehr warm, werden auf den Sandstandorten erste Trockenschäden sichtbar“, blickte Burkhard Linneweber voraus. Momentan profitiere der Mais am besten von der warmen und sonnigen Witterung. „Hagel und Starkregen wären jetzt ein Alptraum.“

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