Akuter Bierkistenmangel trifft Brauerei 
Foto: Nienaber
Einen Restbestand der früheren Kisten nutzt die Privatbrauerei Hohenfelde derzeit dafür, weniger stark nachgefragte Produkte darin zu den Händlern zu bringen. Akut mangelt es an den neuen Sammelbehältnissen. Zusätzlich bestellte Exemplare können nicht geliefert werden.
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Aber auch hier können die Sudprofis aus der Gemeinde nicht den Ausstoß bewerkstelligen, den der Markt derzeit hergeben würde. Aus einem ebenso schlichten wie bemerkenswerten Grund: Es fehlt ganz einfach an ausreichend Kisten, um Pils und Bierspezialitäten in den Vertrieb zu bringen. Statt der rund 3000 „24er“ pro Tag sind es deutlich weniger, die das Firmengelände an der Bundesstraße 55 verlassen. „Unser Hof ist quasi leergefegt“, sagt Vertriebsleiter Markus Korfmacher. 

„Von der Hand in den Mund“

Derzeit könne nur so viel abgefüllt werden, wie an Leergut zurückkomme. „Wir arbeiten getreu dem Motto: Von der Hand in den Mund“, betont Korfmacher. Dass es an den blassgelben Sammelbehältnissen fehlt, hängt laut Korfmacher von mehreren Faktoren ab. Zum einen habe sich der Flaschenbiermarkt erfreulich gut entwickelt in den vergangenen Wochen. Noch dazu führten Verkaufsaktionen dazu, dass manch ein Kunde Bier, Flieger und Co. bunkere. Aber auch Rudelgucken in coronagerechtem Umfang finde vielerorts im privaten Kreis wieder statt, sodass mehr Flaschen mit dem knienden Schützen auf dem Etikett auf die Tische der Region kämen. 

Der gute Flaschenbierabsatz hängt aber auch damit zusammen, dass die Privatbrauerei ihr Sortiment in dieser Sparte erweitert hat. Zum Firmenjubiläum im vergangenen Jahr hat Hohenfelder erstmals auch das Kellerbier in kleinen Gebinden abgefüllt. Das habe zusätzliche Kisten gebunden – die nun womöglich fehlen. Zwar wurden mit der Einführung des runderneuerten Firmenauftritts auch Kisten in einem neuen, in der Farbgebung etwas dezenterem Design angeschafft. Allerdings nur in einer Anzahl, die der des Altbestands entspricht. „Zum Glück haben wir von den bisherigen quietschgelben Exemplaren nicht alle geschreddert und noch ein paar zurückbehalten. Diese können wir nun nutzen, um weniger stark nachgefragte Produkte zu den Händlern zu bringen“, erläutert Vertriebsleiter Korfmacher. Aber auch dieses Restkontingent könne nur eine kurze Zeit lang überbrücken.

Hersteller kann derzeit nicht rechtzeitig liefern

In der schwierigen Marktsituation in Zeiten der Coronavirus-Pandemie mit ihren Einschränkungen für Gastronomie und Großveranstaltungen – Bereiche, wo mit Fassbier die größten Margen zu verzeichnen sind –, habe sich das Unternehmen allen Widrigkeiten zum Trotz dazu entschieden, zusätzliche Kisten zu ordern. Diese sollten wie die zuletzt angeschafften im frischen Gewand daherkommen und als Puffer dienen, wenn es mal knapp wird mit den Behältnissen. Nur kommt der Hersteller des Vertrauens zum einen aufgrund des markttypischen hohen Bedarfs an Bierkisten vor allem aber aufgrund eines Rohstoffmangels nicht mit der Produktion hinterher. Die Hohenfelder-Privatbrauerei muss daher mehrere Wochen länger auf Nachschub warten, was die Situation noch brenzliger macht. In den sozialen Medien hat die Privatbrauerei daher eine Kampagne gestartet, die auf den Kistenmangel aufmerksam machen soll. „Wir haben ein dickes Problem“, heißt es darin. Kunden werden weiter aufgerufen, Leergut schnellstmöglich zurück zum Händler zu bringen.

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