Alte Festung wirft viele Fragen auf
Bild: Nienaber
Schutz vor Überfällen: Unter anderem als Wegesicherung – auch für Pilger auf dem Jakobsweg – könnte die alte Burg Fechtel gedient haben. Der genaue Standort der Festungsanlage, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen in der Zeit Karls des Großen errichtet worden war, ist nicht bekannt. Zeichnungen und Einträge in frühen Chroniken sowie wissenschaftliche Untersuchungen lassen allerdings den Schluss zu, dass die Burg im Grenzgebiet des heutigen Bentelers und zum heutigen Mastholte gestanden hat.  
Bild: Nienaber

Diese alte Festungsanlage hat vermutlich irgendwo im Südosten von Benteler ihren Standort. Heinz Heckemeier hat sich auf Spurensuche begeben. Von der Burg Fechtel ist nur wenig bekannt, und das Bild, das heute von ihr gezeichnet werden kann, hat Sagen und Gerüchte als Quellen. So sei sie vermutlich ein Bauwerk Karls des Großen (747 bis 814) gewesen, der sie als Fluchtburg im Sachsenkrieg mit Herzog Widukind errichtet haben soll, sagen heutige Geschichtsschreiber über das damalige Zeitgeschehen. Ein früher Chronist hinterließ folgende Note dazu: „Auf dem Höhepunkt der Kämpfe gegen die Sachsen errichtete Karl der Große im Jahr 776 eine Burg, die Karlsburg genannt wurde. Sie lag an der Lippe. Bisher ist es allerdings nicht gelungen, sie zu finden.“

Im 14. Jahrhundert legte sich ein Chronist fest und hielt als ungefähren Standort der Burg die Bauerschaft Vechtelere fest. Ein weiteres Dokument über die Lage der Burg stammt laut Heimatfreund Heckemeier aus dem Jahr 1520. Bernhard Witte aus dem Kloster Liesborn vermerkte damals: „Ein Ort, nicht weit von der „Stadt to Lippe“ gelegen, ist Borgvechteler genannt, wo einst Karl der Große eine Burg zum Schutze der bekehrten Sachsen gegen Widukind erbaut hatte. Diese wurde jedoch von den Ungarn niedergerissen und dem Erdboden gleichgemacht.“ Ein Liesborner Abt übernahm 100 Jahre später diesen Text und fügte zur Illustration eine Karte bei. Darauf ist das Kloster Liesborn, das Stift Cappel bei Lippstadt, die Burg Rietberg und die Festungsanlage Fechtel zu erkennen.

Burg von Gräben umgeben

Das einstiege Bauwerk gab sich als eine Art Brückenkopf nördlich der Lippe. Sie lag wahrscheinlich an der historischen Pilgerstrecke, die vom Hellweg über Lippstadt, Wiedenbrück und Bielefeld ins innere Sachsen führte. Die Burg stand damit an einem für die damalige Zeit strategisch wichtigen Punkt und diente vermutlich als Wegesicherung. Eine archäologische Untersuchung, die 1970 stattfand, legte Teile der Fundamente frei. Nachdem was heute bekannt ist, war die mittelalterliche Burg von hohen Erdwällen und tiefen Gräben als Schutz vor Überfällen umgeben. Genügend Wasser zur Flutung der Gräben stand zur Verfügung, denn in unmittelbarer Nähe des möglichen Standorts vereinten sich seinerzeit Haustenbach und Graft (auch schwarzer Graben genannt) zur Glenne, die nach nur wenigen Kilometern bei Cappel in die Lippe fließt.

Ausbreitung des Christentums

Die Festungsanlage Karls des Großen war nach Meinung von Wissenschaftlern zusätzlich ein wichtiger Platz für die Ausbreitung des Christentums im hiesigen Raum. Nach fränkischen Geschichtsdokumentationen haben sich zahlreiche Sachsen mit ihren Familien nach Borgfechtel aufgemacht, um sich dort taufen zu lassen. „Doch die zum Teil erzwungenen Bekehrungen waren nicht auf festem Boden gebaut, so dass bereits im Jahre 778 die Sachsen durch einen Aufstand ihre alte Lebensweise zurück eroberten“, weiß Heimatfreund Heinz Heckemeier zu berichten.

Die Burg Fechtel wurde daraufhin dem Erdboden gleichgemacht und taucht seither in der fränkischen Geschichte nicht mehr auf. Nach der Überlieferung aus der damaligen Zeit soll sie allerdings nochmals aufgebaut worden sein und den Menschen in der Gegend als Fluchtburg gegen die Überfälle der durchziehenden Hunnenhorden gedient haben. 80 Jahre später fand eine erneute Zerstörung statt, der kein Wiederaufbau mehr folgte. Das war das endgültige Aus für die Festungsanlage.

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