Alten Friedhof behutsam entwickeln
Bild: Nienaber
„Es ist kein Park, es ist der ‚Alte Friedhof‘“, betont der Landschaftsarchitekt Halke Lorenzen. Bei der Umgestaltung der Fläche soll daher würdevoll mit der Geschichte umgegangenen werden.  
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Während die Langenberger Sozialdemokraten die Kosten aus dem Ruder laufen sehen, sind sich die Bündnisgrünen sicher, dass das Areal an der Hauptstraße mehr Potenzial biete, als das der Entwürfe von Planer Halke Lorenzen. Das bestehende Buchsbaumlabyrinth im Zentrum, eingebettet in einen barocken, geradlinig gezeichneten Garten, ringsum von Hecken eingefasste Grünflächen, die durch Wege durchkreuzt und zur Ortsdurchfahrt durch eine Lindenreihe abgegrenzt werden: So soll der Alte Friedhof aussehen. Voraussichtlich 70 000 Euro kostet das Maßnahmenpaket, das zu 50 Prozent mit Fördermitteln finanziert werden soll.

Der Vorschlag des Blomberger Landschaftsarchitekten entspreche „definitiv nicht der Kostenvorstellung der Langenberger“, sagt Philipp Micus (SPD). Es sei den Bürgern nur schwer zu vermitteln, dass die Gemeinde derart viel Geld in die Hand nehme für eine Fläche, deren Besitzerin sie nicht ist. Daher sollte die Planung intensiv überarbeitet werden, sagte der SPD-Fraktionvorsitzende am Donnerstag im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung. Der Alte Friedhof gehört der katholischen Kirchengemeinde, wird der politischen Gemeinde aber zur Verfügung gestellt, die für die Pflege aufkommen muss.

Ein Sinnesgarten könnte Platz finden

Aus anderen Beweggründen unzufrieden mit den von Planer Lorenzen in der Sitzung erläuterten Schlussentwürfen zur derzeit brachliegenden Ruhestätte im Herzen Langenbergs war Matthias Maier (Bündnis 90/Die Grünen). Es fehle an Reiz, das Gelände mit Leben zu füllen. „Ich glaube nicht, dass der Park in dieser Form von den Bürgern angenommen wird“, sagte Maier und fragte: „Warum lösen wir das Konzept nicht vom Thema ‚Friedhof‘?“ Gut zu Gesicht stünde dem Areal nach Meinung des Bündnisgrünen etwa ein Aktivbereich mit Spiel- und Bewegungsgeräten oder eine aufgeschüttete Erhöhung, die bei Veranstaltungen als Bühne dienen könnte. Lorenzen konnte die Kritik an den Plänen nicht nachvollziehen und verteidigte sie. Die Kosten hätten sich seit Beginn des Projekts nicht erhöht. Zudem sei es seitens der Politik immer Konsens gewesen, würdevoll und rezitierend mit der Geschichte der Fläche umzugehen. „Es ist kein Park, es ist der ‚Alte Friedhof‘“, betonte der Landschaftsarchitekt. Ein pietätloses Handeln müssen daher um jeden Preis vermieden werden.

Der nun vorliegende Schlussentwurf, der in den vergangenen Wochen noch einmal hinsichtlich der Heckenhöhen überarbeitet worden war, sei ein Gestaltungsvorschlag mit Augenmaß, erläuterte Bürgermeisterin Susanne Mittag. Aus dem geschichtsträchtigen Fleckchen Erde einen Spielplatz zu machen, könne niemand wirklich wollen, sagte das Gemeindeoberhaupt. Mittag regte jedoch an, die behutsam gestaltete Grünfläche nach und nach weiterzuentwickeln. So könnte beispielsweise irgendwann einmal ein Sinnesgarten Platz finden. Der Antrag der SPD, den Beschluss zur Umgestaltung des Alten Friedhofs zurückzustellen und die Planung intensiv zu überarbeiten, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Auch die Argumente der Bündnisgrünen fanden kein Gehör bei den Ausschussmitgliedern. Bei zwei Neinstimmen und einer Enthaltung wurde die Planung von Halke Lorenzen gebilligt und die Verwaltung beauftragt, das Maßnahmenpaket auszuschreiben. Für den Fall eines positiven Förderbescheids würde die Umgestaltung zeitnah über die Bühne gehen können.

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