Bauhof braucht dringend Frischzellenkur
Bild: Nienaber
Seit 1964 hat der Langenberger Bauhof an der Rietberger Straße 10 seine Heimat.
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Nicht nur, dass sie bei der täglichen Arbeit auf dem Hof ab und an mit Minusgraden zu kämpfen haben, auch in der Betriebswerkstatt ist es im Winter manchmal so kalt, dass den Mitarbeitern der Schluck Leitungswasser im Glas gefriert. Als die Gemeinde Langenberg 1964 den alten Kotten an der Rietberger Straße 10 anmietete, um dort einen zentralen Bauhof zu errichten, war sie den Nachbarkommunen um einiges voraus. Platz für Fahrzeuge, Gerätschaften und Mitarbeiter des Bauhofs an einem Ort – für die Region war dies eine Seltenheit.

Minusgrade in der Werkstatt

Mittlerweile ist aber nicht mehr viel zu spüren von diesem Tatendrang. Statt Gründungsgeist ist bei einem Besuch der in die Jahre gekommenen Hallen vor allem ein kalter Windzug zu spüren, der einem durch das marode Mauerwerk sowie das nicht isolierte Dach ins Gesicht bläst. An manchen Tagen sei das Thermometer in der Werkstatthalle bereits auf bis zu 15 Grad Celsius unter Null gefallen. Auch in der Lagerhalle nebenan wäre es wahrscheinlich im Winter täglich recht frostig, heizten die Mitarbeiter des Bauhofs nicht mit einem alten Holzofen nach. „Das alte Schätzchen sorgt auch dafür, dass es im Büro an kalten Tagen erträglich bleibt“, erläutert Vorarbeiter Heinz-Josef Huster. Die kleine Schreibstube des Bauhofs schließt an das Materiallager, das nachts zugleich Garage für eines der sechs Fahrzeuge ist, an und bekommt daher regelmäßig ein warmes Lüftchen ab. Der Aufenthaltsraum wird separat von einer aufgestellten Elektroheizung auf halbwegs wohlige Temperaturen gebracht.

Standort war ursprünglich nur Übergangslösung

Ihm sei der Bauhof in den vielen Jahren Dienstzeit zwar ans Herz gewachsen, und auch das Verhältnis zum Vermieter der Hoflage sei freundschaftlich und verlässlich, dennoch hätte er nichts gegen einen Umzug in moderne Räume, sagt Huster. Versprochen habe man ihm dies schon in seinen Anfangszeiten als Bauhof-Mitarbeiter, erinnert sich der Vorarbeiter. „Damals sagte man mir, dass der Standort an der Rietberger Straße nur eine Übergangslösung sei. Dieser Übergang dauert aber mittlerweile schon ganz schön lang an“, sagt Heinz-Josef Huster und kann sich dabei ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Problemzonen erkannt

Dass sich an der derzeitigen Situation etwas ändern müsse, darüber ist man sich in der Verwaltung sowie unter den politischen Fraktionen einig. „Die Gemeinde spielt schon länger mit dem Gedanken, den Standort des Bauhofs zu verlagern“, erläutert Dirk Vogt, Fachbereichsleiter für Bauen und Finanzen im Langenberger Rathaus. Eile sei aber trotzdem nicht geboten, denn zum einen sei die Lage der Betriebsstätte direkt an der Bundesstraße 55 und dennoch im Herzen der Gemeinde „gar nicht so schlecht“, zum anderen „funktioniert der Dienstablauf ja so noch“, unterstreicht Vogt. Dennoch sieht auch er die Problemzonen des betagten Bauhofs. So könnten die Anforderungen an den Arbeitsschutz nicht mehr im vollen Umfang eingehalten werden (Stichwort „Kälte“), das Außengelände sei nicht ideal, und auch bei der Nutzung des Gebäudes habe man Grenzen erreicht.

Neubau würde Abhilfe schaffen

Abhilfe würde ein Neubau nahe dem Klärwerk schaffen. Bereits 2008 wurde dort ein 4800 Quadratmeter großes Areal erworben, das künftig einem neuen Bauhof ausreichend Platz bieten soll. Die Errichtung einer modernen Betriebsstätte an dieser Stelle hätte laut Reinhard Mense als Zuständigen in der Verwaltung enorme Vorteile. Ein Neubau werde auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zurechtgeschnitten. „Zudem erhoffen wir uns durch die Zentralisierung der Betriebsstätten Bauhof und Kläranlage aufgrund der kurzen Wege Synergieeffekte“, sagt Mense. Derzeit werde unter Berücksichtigung des tatsächlichen Flächenbedarfs und den Anforderungen an den Arbeitsschutz ein Konzept erarbeitet. „Dabei wird der Frage nachgegangen, was wir benötigen. Für konkrete Planungen sind belastbare Zahlen von Nöten“, erläutert Dirk Vogt. Schließlich solle ein neuer Bauhof ein Zweckbau und kein Prunkbau werden. Bevor die Planungen allerdings in die Tat umgesetzt werden könnten, werde der Bauhof laut Dirk Vogt sicher noch das eine oder andere Mal Thema im zuständigen Ausschuss sein.

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