Bedeutende Mühle gibt Straße ihren Namen 
Bild: Archiv Heimatverein Langenber
Ihre Hochzeit hatte die Langenberger Mühle zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als Energielieferant setzte der Betrieb in diesen Zeiten Maßstäbe. Das ganze Dorf wurde von der Mühle aus mit Gleichstrom versorgt.  
Bild: Archiv Heimatverein Langenber

1858 gründete Josef Dreier auf seinem neuen Besitz ein Sägewerk, das nach einem weiteren Verkauf später als Unkrüers Mühle bekannt wurde. Vom Mehl zur Energie: So ließe sich die „Karriere“ der Langenberger Mühle kurz und knapp zusammenfassen. Denn nachdem er das Anwesen im Herzen der heutigen Gemeinde von seinem Vater Stefan Unkrüer im Jahr 1881 überschrieben bekommen hatte, legte Eduard Unkrüer kurze Zeit später den Grundstein für einen modernen Mühlbetrieb.

Eine mächtige Dampfkesselanlage, die am 16. August 1883 in Betrieb ging, machte aus dem vormals rein land- und holzwirtschaftlichen Betrieb einen Energieversorger. Nach dem plötzlichen Tod seines Bruders übernahm Heinrich Unkrüer die Mühle – und baute wiederum an. „Diesmal bestand die Modernisierung aus einer leistungsfähigen Dampfmaschine und einem dafür benötigten Schornstein“, erläutert Günter van den Bongard, der die Geschichte des Betriebs für den Heimatverein Langenberg beleuchtet hat.

Zudem baute der findige Unternehmer ein weiteres Geschäftsfeld aus: 1888 beantragte Heinrich Unkrüer den Bau einer Scheune mit Dreschkasten. Fortan herrschte im Sommer Hochbetrieb. Die Landwirte standen Schlange, um das schwere Gerät zu nutzen. Als Energielieferant setzte der Langenberger in diesen Zeiten ebenfalls Maßstäbe. Das ganze Dorf wurde von der Mühle aus mit Gleichstrom versorgt. Sogar eine elektrische Straßenbeleuchtung wurde eingerichtet – ein Stück mondäne Technik fernab der Metropolen. Ein Schicksalsschlag setzte dem florierenden Unternehmen jedoch ein jähes Ende: Am 9. Februar 1915 brannte die Mühle ab. „Ich war doch nicht versichert“, soll Heinrich Unkrüer darauf in sein Tagebuch geschrieben haben.

Unterkriegen lassen hat sich der Langenberger auch von diesem schweren Schlag nicht. Er baute die Mühle kurzerhand wieder auf – moderner und leistungsfähiger. Das Lebenswerk seines Vaters führte Franz Unkrüer fort. 1946 wurde die Mühle zunächst verpachtet. 1958 holte Franz Unkrüer sein Patenkind nach Langenberg. Den altüberlieferten Mühlbetrieb führte Franz Grüter-Unkrüer bis zur Schließung 1963 weiter.

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