Begegnung, Balanceakt und Ballons
Bild: Wieneke
Neue Erfahrung: Diese jungen Männer balancierten am Lambertushaus in Langenberg zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer „Slackline“ (Gurtband) und waren begeistert.
Bild: Wieneke

 ie Einladung dazu hatte die katholische Pfarrgemeinde St. Lambertus und St. Laurentius an die im Ort lebenden Schutzsuchenden, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierte Einheimische sowie interessierte Bürger ausgesprochen. Die Resonanz war überwältigend: „Mehr als 80 vor Krieg und Todesangst geflüchtete Menschen und erfreulich viele weitere Mitbürger haben den Weg ins Lambertushaus gefunden“, lautete das Resümee des Diakons Karl-Heinz Klaus vom Gastgeberteam.

Eine entspannte Atmosphäre und die herzliche Ansprache der Besucher durch die Einladenden sorgten schnell für ein offenes Miteinander. Viele von ihnen kannten sich bereits durch die große Bandbreite täglicher Hilfsaktionen wie Sprachkursus, Kinderbetreuung, Kleiderkammer oder Fahrradservice ein wenig. Bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen im und rund um das Lambertushaus schnell in stetig wechselnden Gruppen Gespräche auf. Ellen Brüggenjürgen stand als „Ballonkünstlerin“ im Mittelpunkt der Jungen und Mädchen, wollten sie doch aus bunten Luftballons geschaffene Figuren ihr Eigen nennen. Einige schauten der jungen Frau genau auf die Finger und machten alsbald erste positive Erfahrungen beim eigenen Basteln.

Auf dem Rasen hatten die Gastgeber zwischen zwei Lindenbäumen eine „Slackline“ – ein Band zum Balancieren – gespannt. Schnell wagten junge Männer ihre ersten Schritte auf dem schwankenden Band. Jeder gelungene Versuch wurde mit Beifall gefeiert. Hoch im Kurs standen auch Ballspiele, während die Kinder über einer Feuerschale leckere Stockbrote zubereiteten. Derweil rückten Flüchtlinge und Bürger immer näher zusammen und plauderten. Bestehende Sprachprobleme wurden mit Gesten oder Übersetzungshilfe gemeistert. Im Mittelpunkt stand dabei Marlies Schäfer, eine pensionierte Hauptschullehrerin aus Stromberg. Sie leitet seit einigen Monaten im Rahmen der Alphabetisierung einen Sprachkursus für Flüchtlinge. Nicht nur die Langenberger trugen zur Unterhaltung bei. Als der 21-jährige Syrer Alan Hagmondem seine „Soz“ – ein gitarrenähnliches Saiteninstrument –spielte und dazu die Lieder aus seiner kurdischen Heimat sang, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.

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