Bei Wind und Wetter an der Kelle
Bild: Nienaber
Von Anfang an dabei ist Schülerlotsin Waltraud Funke. Sie und Rathausmitarbeiterin Saskia Entrup würden sich über weitere Ehrenamtliche im Team freuen. Derzeit sind fünf Langenberger wochentags im Einsatz, um Kindern den Schulweg zu erleichtern.  
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Bei Wind und Wetter hilft sie den kleinen Brinkmännern dabei, sicher die Hans-Böckler-Straße zu überqueren. Ein kurzer Plausch über Fußball, Mode und Co. gehört bei ihr zum „Rundum-sorglos-Paket“. Seit 14 Jahren gehört die humorvolle Langenbergerin zum Lotsenteam der Gemeinde. Mindestens einmal in der Woche – nach Absprache auf dem „kurzen Dienstweg“ auch öfters – schwingt sie frühmorgens die Kelle. Das frühe Aufstehen, die regelmäßigen Regenduschen und manch frostiger Tag im Winter könnten ihr nichts anhaben, sagt sie. Schließlich liege ihr das Wohl der Kinder am Herzen, und dafür nehme sie gern einige Unwägbarkeiten in kauf.

„Das Schöne an dieser Aufgabe ist es, dass man nicht anonym aneinander vorbeilebt. Die Kinder, die Eltern und ich als Lotsin – wir kennen uns“, erläutert Waltraud Funke, warum ihr das ehrenamtliche Engagement so zuspricht. Sie selbst wäre seinerzeit froh gewesen, wenn sie auf ihrem Schulweg auf einen Lotsen gestoßen wäre, der immer ein „Guten Morgen“ auf den Lippen gehabt hätte. Dass das Projekt 2002 auf Initiative von Marion Lückenotto ins Leben gerufen wurde, sei für die Gemeinde ein echter Glücksfall. Eine Verkehrserziehung im kleinen Rahmen, eine Modeberatung im Vorbeigehen, eine freundschaftliche Stichelei mit Anhängern der Dortmunder Borussia – für das temperamentvolle Energiebündel Funke, die auch den Kiosk am Schulzentrum organisiert, ist der freiwillige Lotsenjob mehr als nur ein Zeitvertreib.

Ein Stück weit begleite sie den Langenberger Nachwuchs auf dessen Weg durchs Leben, und das sei ein schönes Gefühl. Dementsprechend pflegt sie ihre Straßenfreundschaften. Einmal im Jahr, am Nikolaustag, besorgt sie sich eine große Dose Weingummi. Wer möchte – und darf – kommt dann vor dem zweiten Frühstück in der Schule in den Genuss von Süßem. Nach einer halben Stunde und getaner Arbeit deponiert Waltraud Funke Kelle und Warnweste in einem Schrank im Bierdepot Pagenkemper, damit am darauffolgenden Tag der nächste Lotse seinen Dienst schieben kann. Ein bisschen Wehmut sei dann immer dabei, sagt die 59-Jährige, aber sie wisse ja, dass die nächste Begegnung mit ihren Schützlingen nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Derzeit kümmern sich fünf Ehrenamtler darum, dass die unübersichtliche Situation an der Hans-Böckler-Straße/Ecke Klutenbrinkstraße für die im besonderen Maße schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmer nicht zu einer Gefahr wird. Außer Waltraud Funke sind dies Albert Heft, Georg Herwers, Antonius Südhaus und Jürgen Fleischer. Weil es krankheits- und terminbedingt immer wieder zu kurzfristig zu Ausfällen kommen kann, würde sich das Team über weitere Mitstreiter freuen. Gelotst wird jeweils an Wochentagen außerhalb der Ferien in der Zeit von 7.30 bis 8 Uhr. Sei es um einfach mal in das Ehrenamt hereinzuschnuppern oder als zeitlich begrenzter Einsatz zum Wohl der Gemeinheit: „Jeder kann sich im Rathaus melden“, sagt Saskia Entrup, die für die Gemeinde die Schülerlotsen betreut und organisiert. Besondere Kenntnisse müssten etwaige Interessenten nicht mit sich bringen. Die Einsatzzeiten regelt das Team unter sich. Einmal im Jahr trifft sich die Gruppe mit Vertretern der Gemeinde zum Erfahrungsaustausch.

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