Beim Kochen über den Tellerrand blicken
Bild: Hornemann
Gemeinsam geht es am besten: Katrin Muster, Jana (6) und Louis (7) rollen die Füllung für die türkischen Böreks in der Küche des  Langenberger „Pepper“ in den Teig.
Bild: Hornemann

 Folgt man den Gerüchen, gelangt man zu der Eingangstür des Jugendhauses, wo Marion Hoffmann in Schürze und mit Kochlöffel auf ihre Besucher wartet. Für den Wohlgeruch ist sie nicht alleine verantwortlich: In der Küche wirbeln Kinder, Eltern und Großeltern umher. Anlass für das rege Treiben dort ist die Ferienspielaktion „Die Welt auf unserem Tisch – Kochen für Familien“. Diese hat Marion Hoffmann, Leiterin des Familienzentrums, mit Melody Hoppe vom Jugendzentrum „Pepper“ auf die Beine gestellt. Indische Saté-Spieße, italienisches Focaccia-Brot oder dänische Fruchtgrütze – das aus insgesamt acht Stationen bestehende Menü ermöglicht auch Daheimgebliebenen, einen Ausflug in andere Länder zu wagen. „Die Idee dahinter ist, gemeinsam als Familie über den Tellerrand hinwegzublicken und sich auf eine kulinarische Weltreise zu begeben“, erklärt Marion Hoffmann. Andere Essenskulturen zu entdecken kommt gut an, bei Groß und Klein.

Internationale Gerichte

„Ich bin in der Schule schon häufiger in Koch-AGs gewesen und finde es immer toll, neue Gerichte kennen zu lernen. Am meisten freue ich mich auf die türkischen Böreks, die waren auch schwierig zu machen“, berichtet die achtjährige Nelly, die mit ihrer Schwester Jana und Oma Reinhilde Mörsch auf kulinarische Entdeckungsreise geht. Begeistert ist auch Katrin Muster, die mit ihren Söhnen Alex und Louis den Weg ins „Pepper“ gefunden hat. „Wir kochen häufig zusammen, dementsprechend aktiv sind die beiden auch hier. Ich finde es super, dass wir hier neue internationale Gerichte kennenlernen können.“ Umgeschüttetes Salz oder aus dem Mixer spritzende Zutaten – auch kleine Missgeschicke können dem Spaß keinen Abbruch tun. Im Gegenteil: Mit Sprüchen wie „Heute ist großzügiges Würzen angesagt“ oder „Dann wird aus dem Salat halt eine Suppe“ machen die Teilnehmer die Pannen vergessen. „Die Stimmung ist insgesamt sehr gut. Es wird viel gelacht und alle arbeiten miteinander. Eine sehr spaßige Aktion“, hält Reinhilde Mörsch fest.

Zeit für Gespräche

Marion Hoffmann sieht in dem Ferienspaß einen weiteren Nutzen. „Durch lange Schulzeiten und erhöhte Berufstätigkeit geht das traditionelle gemeinsame Essen in der Familie immer mehr zurück. Die Aktion heute ist ein super Beispiel dafür, wie viel Spaß gemeinsames Kochen und Essen machen kann.“ Katrin Muster stimmt zu, dass das gemeinsame Speisen zu einer bestimmten Zeit wichtig sei, um in Ruhe über die Geschehnisse des Tages sprechen zu können. So müsse ihr Ältester schon mal eher von einer Verabredung heimkommen.

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