Bernd Schulte regiert St. Lambertus
Bild: Wieneke
Bis zum letzten Schuss waren Martin Brormann (l.) und Norbert Südhoff (r.) heiße Anwärter. Dann gelang  Bernd Schulte der goldene Treffer. Partnerin Maria Hollenbeck freut sich.
Bild: Wieneke

Noch nie wurde so viel Blei in den zähen massiven Holzkorpus des weißen Schützenadlers geschossen. Denn knapp drei Stunden lang hielt der Vogel dem Dauerbeschuss stand, bis ihm Schulte mit dem 420. Schuss den Garaus bereitete. Erste Gratulanten waren seine beiden direkten Mitbewerber – sein Freund Martin Brormann und der Adjutant der Bruderschaft Norbert Südhoff. Vor einer enormen Zuschauerkulisse hatten Oberst Peter Menze und König Hans-Georg I. Löppenberg um 17.27 Uhr das Königssschießen eröffnet.

Drei echte Anwärter

Bereits vier Minuten später war es Jan Vogelpohl, Mitglied der Fahnenwache und des Spielmannszuges, der mit dem 13. Schuss die Krone sein Eigen nannte. Nur zwei Schuss später wollte ihm sein Bruder Daniel nicht nachstehen und sicherte sich das Zepter. Nachdem Brudermeister Heinrich Baumhus mit dem 32. Schuss den Apfel erbeutet hatte, nahm die Schlange der Schützen kein Ende, die dem stolzen Königsadler mächtig zusetzten. Um 18.11 Uhr waren beide Flügel gefallen – und nur zehn Minuten später standen nur noch die drei „echten“ Königsanwärter – Martin Brormann, Bernd Schulte und Norbert Südhoff – unter der Vogelstange. Schuss um Schuss feuerte das Trio gezielt auf den Holzvogel, aber alles Bemühen zeigte nur wenig Wirkung. Immer wieder wurden die drei beharrlichen Schützen von ihren Frauen und Kindern angefeuert: „Leg’ noch einen nach, sonst schieße ich“, rief die neue Königin Maria Hollenbeck.

Toller Start

Wenn sich ganz Langenberg in Grün und Weiß präsentiert, dann ist Schützenfest. So legte das Heimat- und Schützenfest der St.-Lambertus-Schützenbruderschaft am Samstagabend einen perfekten Start hin: 500 Schützen und 120 Musiker zogen mit dem strahlenden Königspaar, Hans-Georg I. und Ursula I. Löppenberg, und dessen Hofstaat sowie Jungschützenprinz Daniel Wietbüscher durch das festlich geschmückte Dorf. Mit dem stolzen Königsadler und dem Jungschützen-Vogel im Festumzug legten die Schützen am St.-Antonius-Altenpflegeheim ihren traditionellen Stopp ein. Während die Musikeinheiten zu Ehren der Bewohner aufspielten, begrüßten das Königspaar und Oberst Peter Menze die Frauen und Männer sowie die Schützenbrüder unter ihnen mit Handschlag. Höhepunkt auf Haselkamps Festwiese war die Intonierung des Großen Zapfenstreichs. Musikalisch reif boten der Spielmannszug der St.-Lambertus-Bruderschaft unter Leitung von Tambourmajor Klaus Horstkemper und die Blaskapelle Langenberg unter der Stabführung von Ute Großekathöfer diesen mit Einmarsch und Serenade vor großem Publikum. Überwältigend war der Besuch von Schützen und Gästen im voll besetzten Festzelt und unter freiem Himmel auf dem Festplatz.

Zahlreiche Ehrungen

Die Korona der Ehrengäste führten Pfarrerin Kerstin Pilz und Präses Pastor Olaf Loer an. „Lasst uns im 140. Vereinsjahr an den drei Schützenfest-Tagen die täglichen Schreckensmeldungen vergessen und vielmehr die Dorfgemeinschaft pflegen sowie zusammen marschieren, beten und feiern“, ermunterte Brudermeister Heinrich Baumhus. Bevor die Showband „Ambiente“ zum Tanz aufspielte, überreichte Oberst Menze die Silber-Kette der Jungschützenprinzen an Gerd Herbort. Er war vor 25 Jahren der vierte Jungschützenprinz. Die Schießstandarte der Bruderschaft übergab der Oberst an die dritte Kompanie als Sieger des Vergleichsschießens.

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