Bier erhält im Whiskyfass besondere Note
Bild: Schulte-Nölle
Schon der Geruch verrät viel über das Aroma des Malzes, das Heiko Krome für die Entwicklung eines sogenannten Craft-Biers einsetzt. Der Braumeister der Langenberger Privatbrauerei Hohenfelde experimentiert mit verschiedenen Komponenten, um ein optimales Geschmacksergebnis zu erzielen.
Bild: Schulte-Nölle

Das möchte die Langenberger Privatbrauerei Hohenfelde künftig ändern – und versucht sich aktuell selbst an diversen Testballonen. Die ersten fünf davon wurden bereits im Frühjahr des laufenden Jahrs den kritischen Gaumen regionaler Bierfreunde kredenzt. „Hopfen und mehr“ taufte Heiko Krome, seit 18 Jahren Braumeister des Langenberger Unternehmens, die Veranstaltung. Und sein Fazit klingt durchweg positiv: „Es besteht hier vor Ort definitiv ein großes Interesse an besonderen Biersorten, die ein völlig neues Geschmackserlebnis versprechen.“

Das basiert übrigens auf ganz natürlichen Zutaten, wie Krome betont. Denn: „In ein Craft-Bier kommt auch nichts anderes hinein als in ein Pils oder ein Weizen.“ Der Unterschiede liege vielmehr in der Wahl von für Traditionsbiere eher untypischen Hopfen-, Malz- oder auch Hefesorten, die ein ganz eigenes Aromenprofil mit sich bringen. Auch wie und wann die Ingredienzen in das Gebräu gelangen, spiele eine entscheidende Rolle. Und dann sei da noch die Lagerung, die zum Beispiel in einem ehemaligen Bourbon- oder Whiskyfass erfolgen könne. „Den Möglichkeiten sind beim Craft-Bier kaum Grenzen gesetzt“, fasst Heiko Krome zusammen.

„Müssen uns auf unsere Braukompetenz fokussieren“

Dass das Produkt, das am Ende dieses experimentellen Prozesses herauskommt, aufgrund seiner vergleichsweise ungewöhnlichen Geschmackseigenschaften kaum massentauglich sein wird, ist dem Braumeister bewusst. Doch das sei auch gar nicht das Ziel. „Wir müssen uns als Brauerei auf unsere Stärke, also unsere Braukompetenz, fokussieren. Craft-Biere können dabei helfen, diese Kompetenz mit unverwechselbaren Gesichtern zu unterfüttern,“ sagt Krome.

Eine Chance, die auch Markus Korfmacher sieht. Der Verkaufsleiter spricht klar von Zukunftsfähigkeit und Bestandssicherung, wenn es um die Entwicklung von „Handwerker-Bieren“ geht. Die werden zwar voraussichtlich immer ein Nischenprodukt bei Hohenfelde bleiben, sagt Korfmacher, aber ein qualitativ hochwertiges und hochindividuelles. Und für diese Eigenschaften, ist sich der Verkaufschef sicher, sind die Kunden auch bereit, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Die Basis der bereits zu Testzwecken gebrauten Craft-Biere stellt das Hohenfelder Kellerbier. Die naturtrübe Pilsspezialität wurde jetzt vom „International Taste & Quality Institute“ mit dem „Superior Taste Award“ („Auszeichnung für herausragenden Geschmack“) in der höchsten Kategorie prämiert. Die drei Sterne werden vergeben, wenn mindestens 90 Prozent der maximalen Punktzahl erreicht wurden. Das Kellerbier schaffte es auf 90,3 Prozent.

Geschmack international prämiert

„Wir sind besonders stolz auf diesen Preis, weil bei ihm der Geschmack und nicht die Analysewerte des getesteten Produkts im Mittelpunkt steht“, sagt Verkaufsleiter Markus Korfmacher. So setzt sich die Jury des in Brüssel ansässigen Instituts aus Chefköchen und Sommeliers zusammen. Die Nahrungsmittel, die sie blind verkosten, werden von Unternehmen aus mehr als 120 Ländern eingereicht. Insbesondere auch diese internationale Wirkung der Auszeichnung reizte die Langenberger Gerstensaftspezialisten.

Der Stellenwert des „Superior Taste Awards“ möge hier in Deutschland noch nicht so hoch sein, in anderen Ländern indes sei er nicht zu unterschätzen. „Seit mehr als 20 Jahren werden wir Jahr für Jahr von der Deutschen Landwirtschaftsgenossenschaft (DLG) ausgezeichnet, vergangenes Jahr haben wir den Landesehrenpreis in Gold und den Bundesehrenpreis in Gold erhalten – hier haben wir alles erreicht, was möglich ist“, sagt Korfmacher. Nun wolle man sich breiter aufstellen. „Es freut uns, dass der Erfolg unseres Kellerbiers auf dem regionalen Markt nun auch durch eine so hochkarätig besetzte externe Verkostung bestätigt wurde“, unterstreicht auch Braumeister Heiko Krome.

Außer dem Kellerbier vertreibt die Privatbrauerei Hohenfelde zehn weitere Biersorten. Erst vor rund einem Monat neu hinzugekommen sind die Produkte Naturradler und Naturradler alkoholfrei. Sie zeichnen sich durch den Zusatz von natürlichem Zitronensaft aus.

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