Blutspender sind im Sommer heiß begehrt
Bild: Schildheuer
Alles Routine: Nach 57 Blutspenden kennt Werner Stenzel (r.) den Ablauf eines Aderlasses nur zu gut. Der Stich mit der Nadel von Rettungsassistent Tobias Schmöcker macht ihm längst nichts mehr aus. Dem Aufruf des DRK, in der Aktionswoche den rettenden Lebenssaft zu spenden, ist der Langenberger daher gern nachgekommen.  
Bild: Schildheuer

Trotz des tropischen Klimas lässt er sich nicht vom Blutspenden abbringen. Das Deutsche Rote Kreuz hat zur Aktionswoche aufgerufen. Die Helfer kennen den Stammspender natürlich schon. Es wird geredet und auch ein bisschen gewitzelt. Dennoch muss er sich am Eingang des Pfarrheims „Antoniusglocke“ in Benteler – wie jeder andere auch – zunächst registrieren lassen. Sicherheit geht schließlich vor. Zielstrebig geht Stenzel nach den Formalitäten in den Spenderaum, wo 15 Liegen stehen.

Mit einem fröhlichen „Hallo“ begrüßt er die übrigen Besucher, die schon mit ihrer Nadel im Arm auf den Pritschen liegen. Bevor es sich auch Werner Stenzel gemütlich machen kann, muss er zunächst eine Blutkontrolle über sich ergehen lassen. Dann geht es los: Rettungsassistent Tobias Schmöcker desinfiziert die Haut und bindet Stenzels Arm ab. „Wir zapfen ihm jetzt einen halben Liter Blut ab. An so einem Spendetag kommen knapp 80 Leute. Das heißt, wir bekommen 40 Liter“, erklärt Tobias Schmöcker. Das Blut wird dringend benötigt. Corinna Neumann, Arzthelferin bei der DRK-Aktion in Benteler, weiß, dass immer Bedarf an dem roten Lebenssaft besteht: „Es stimmt nicht, dass im Sommer mehr Spender benötigt werden. Motorradunfälle oder Ähnliches werden dann oft als Argumente genannt.“

 Der Grund, warum das DRK im Sommer vermehrt um Spender wirbt, sei das Wetter: „Bei Sonnenschein kommen weniger Leute. Sie machen dann lieber den Grill an oder gehen ins Freibad, anstatt zu uns zu kommen“, sagt sie. Mit einem kleinen Stich führt Tobias Schmöcker schließlich die Nadel in die Vene ein. Ohne mit der Wimper zu zucken lässt Werner Stenzel die Prozedur über sich ergehen. Sein Blut läuft unterdessen durch einen Plastikschlauch in eine Konserve. Die Abläufe kennt er natürlich schon, dennoch erinnert sich Werner Stenzel noch genau an seine erste Blutspende: „Damals war ich so um die 30 Jahre alt. Vom Hörensagen wusste ich schon, wie so etwas abläuft. Trotzdem war seinerzeit alles neu und aufregend.“ Heute dauert es fünf Minuten und 29 Sekunden, bis der halbe Liter im Beutel ist. Nun darf der Langenberger aber noch nicht nach Hause. Ruhe ist angesagt. Zehn Minuten Pause sind angesagt. Sonst könne er Kreislaufprobleme bekommen, heißt es.

Dass Blutspenden im Sommer gefährlicher für den Kreislauf ist, sei auch falsch. Schließlich könne es immer zu Schwindelanfällen kommen, betont Corinna Neumann. „Man muss nur genug trinken. Flüssigkeitszufuhr ist das A und O beim Aderlass. Im Sommer muss es nur etwas mehr sein, weil wir ja auch schwitzen“, erläutert die Arzthelferin. Werner Stenzel spendet seinen roten Lebenssaft gern: „Ich möchte helfen. Wenn mir mal etwas passiert, wäre ich auch froh, wenn ich das Blut von jemand anderem bekäme.“ Außerdem sei es auch eine kleine Selbstkontrolle. So wüsste er immer, dass alle Werte in seinem Körper in Ordnung sind. Für seine zahlreichen Blutspenden hat Werner Stenzel sogar schon Ehrungen erhalten. Ein kleines Kreuz für das 50. Mal zum Beispiel.

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