Breitband für Gemeinde überlebenswichtig
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Hochgeschwindigkeitsinternet könnte in Langenberg mit Hilfe von Glasfaserkabel möglich werden. Voraussetzung dafür ist, dass genügend Verträge beim zur Verfügung stehenden Investor abgeschlossen werden. Das Bild zeigt, wie die Datenleitungen industriell gefertigt werden.  
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 Die Mindestzahl an Glasfaseranschlüssen, die das Projekt für den Investor in Langenberg wirtschaftlich machen würde, ist lange nicht erreicht. Doch die Zeit wird knapp. Etwas mehr als 600 Langenberger haben sich laut Gewerbevereinsvorsitzenden Franz-Josef Kühmann als einer der vielen Fürsprecher des Projekts bisher für das Highspeed-Internet entschieden. Obwohl die BBV die Mindestanschlusszahl auf 800 gesenkt hatte, liege die Gemeinde damit aber noch weit unter Plan. Von daher wolle er mit weiteren Mitstreitern der heimischen Interessenvertretung der Gewerbetreibenden bis zum letzten Tag kräftig die Werbetrommel rühren.

Bei zwei Aktionen in Langenberg und Benteler wollen die Vereinsmitglieder auf die Vorzüge von Glasfaseranschlüssen aufmerksam machen. Mit insgesamt 5000 Euro wollen die Gewerbetreibenden derzeit noch Unentschlossenen unter die Arme greifen. So soll bis Silvester doch noch die magische 800er-Marke durchbrochen werden.

„Historische Chance“

Sprichwörtlich fast schon die Flinte ins Korn geworfen haben Teile des Langenberger Rats. Es sei enttäuschend, dass nicht genügend Verträge abgeschlossen werden, um das Projekt wirtschaftlich zu machen, sagte Hans-Peter Friese (FDP) in seiner Haushaltsrede. „Für mich ist es unverständlich, dass die meisten Bürger diese historische Chance nicht wahrnehmen.“ Eine Breitbandverkabelung werde auf Dauer für eine kleine Gemeinde überlebenswichtig. Zudem sei es für Langenberg eine einmalige, womöglich nicht wiederkehrende Gelegenheit, Hochgeschwindigkeits-Internet in den Süden des Kreises Gütersloh zu bringen, ohne selbst Mittel in die Hände nehmen zu müssen.

Plan B wäre teurer

Mit seinem flammenden Plädoyer stieß der Freidemokrat bei den Fraktionen im Rat zumeist auf offenen Ohren. Auch CDU, UWG, SPD und Grüne verwiesen auf die Bedeutung schnellen Internets für den Standort Langenberg. Ob allerdings die unter allen abgeschlossenen Verträgen zu verlosenden Fritz-Boxen (Router) genügend Anreiz für die noch Unentschlossenen darstellen, bleibt abzuwarten. Wenn nicht, bliebe der Gemeinde nur noch ein Plan B zum schnellen Internet. Und der wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit teuer.

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