Buntes Fest rund um die Kartoffel
Bild Wieneke
Ernte wie zu alten Zeiten wurde während der Vorführungen auf dem Fest in Benteler wieder in Erinnerung gerufen. „Die Kartoffelhexe“ aus den 1940er-Jahren nahm mit der Pflugschar die Früchte aus der Erde und schleuderte sie zur Seite.
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„Direkt vom Feld in den Topf“ lautet das Motto des Gastronomen, Bäckers und Landwirts Jürgen Cramer, der mit den Fest die Menschen an die vor Ort angebauten Lebensmittel heranführen möchte. Zwar kam am Nachmittag Regen auf, doch ein vielfältiges, attraktives Programm, zu dem die zahlreichen Mitstreiter aus Benteler beitrugen, ließ die interessierten Besucher verweilen.

 Der Landfrauenverband kredenzte Köstliches rund um die Kartoffel: Serviert wurden Reibeplätzchen, die wahlweise mit frischem Apfelmus, Kräuterquark oder Lachs genossen werden konnten. Kulinarisch verwöhnten auch die Mitglieder des Heimatvereins die Gäste von nah und fern. Sie boten eine deftige Kartoffelsuppe sowie vom Hausherrn frisch gebackenes Brot und Baguette aus dem Erdapfel.

Unterhaltung für die Kinder

Damit nicht genug: Heimatvereinsvorsitzender Antonius Handing erfreute mit Schätzspielen im Doppelpack, bei denen die vielseitige Frucht im Mittelpunkt stand. Zu schätzen waren die Anzahl der in einem Bollerwagen gesammelten Erdknollen jedweder Größe ebenso wie das Gesamtgewicht der Kartoffeln.

Ein Herz für die Kinder zeigten die Heimatfreunde, die für die Unterhaltung der jüngsten Gäste verantwortlich zeichneten. Äußerst beliebt war bei den Jüngsten auch das Tollen in einer Strohburg, die die Gastgeberfamilie errichtet hatte. Zudem lernten sie den Kartoffeldruck kennen und schufen begeistert mit bunten Farben Andenken und Bilder. Nicht fehlen durften abwechslungsreiche Geschicklichkeitsspiele, so dass Eltern und Großeltern derweil einen Plausch in gemütlicher Runde genießen durften.

Reich gedeckt hatten Mitglieder der Frauengemeinschaften die Kaffeetafel in der Feierscheune. Sie boten köstlichen Kuchen und duftenden Kaffee. Der Erlös geht an die Stiftung der Franziskanerinnen Salzkotten für ein Hilfsprojekt im ostafrikanischen Malawi.

Treckerfreunde wecken Erinnerungen

Großes Interesse galt zudem dem zweiten Teil des Kartoffelfests: Auf dem Hof rückten heimische Treckerfreunde, eine engagierte Gruppe junger Männer und Frauen mit Cramer-Sohn Marcel an der Spitze, eine Ausstellung mit historischen Treckern sowie Landmaschinen rund um den Anbau und die Ernte der beliebten Erdknolle in den Mittelpunkt.

 Riesigen Zuspruch bei Jung und Alt fanden zwei Einsätze auf dem Acker. Denn dem Team war es gelungen, vor Ort einen Überblick mit praktischen Vorführungen über die Geschichte der maschinellen Ernte zu bieten. Da war zunächst die „Kartoffel-Hexe“, ein einfacher Kartoffelroder aus den 1940er-Jahren. Dieser wurde ursprünglich vom Pferd gezogen, während der Vorführung jedoch von einem „Fendt-Dieselross“ aus dem Jahr 1957. Viele gestandene Männer fühlten sich in ihre Kindheitstage zurückversetzt. Über einen Pflugschar wurden die Früchte aus der Erde befördert und seitlich auf das Feld geschleudert. Vornehmlich Kinder suchten dann die Knollen in den Herbstferien – den „Kartoffelferien“ – für 50 Pfennige Kirmesgeld und ein Pfannekuchen-Abendessen auf.

Vielfältige Roder

Demonstriert wurden am Sonntagnachmittag zudem Vorgänger des Vorratsroders, eine „Wühlmaus T 3“ und eine „Niewöhner Wühlmaus“, 1958 in Gütersloh gefertigt. Diese Maschine wurde insbesondere auf kleinen schrägen Flächen im Sauerland eingesetzt. Weitere gängige Roder, Siebkettenroder und Vorratsroder standen den Festbesuchern zur Besichtigung bereit. Gezeigt wurde auch die Arbeitsweise einer modernen Sortieranlage in der Scheune. Den Höhepunkt der Darbietungen bildete der Einsatz eines modernen Kartoffel-Vollernters auf dem Acker.

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