Cecile will eine Meerjungfrau sein
Bild: Nienaber
Über Fondue, Strümpfe und ungewöhnliche Wünsche ans Christkind haben sich bei einem Zusammentreffen der Generationen im Altenpflegeheim St. Antonius Hannelore Szepan, der vierjährige Jannick, Herta Karlon, die Mädchen des Lambertuskindergartens Johanna, Annabell und Cecile (jeweils fünf Jahre alt) sowie Hedwig Gnegel unterhalten.
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Cecile hat einen eher ausgefallenen Wunsch, den sie am Heiligen Abend gern erfüllt sehen möchte. „Ich hätte gerne eine Schwanzflosse wie die einer Meerjungfrau“, berichtet die Fünfjährige, die zusammen mit drei weiteren Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Lambertus auf Weihnachtsstippvisite im Altenpflegeheim St. Antonius ist. Warum sie dem Filmstar Arielle ein Ebenbild sein möchte, bleibt ihr Geheimnis. Ein Vorteil liegt ihrer Meinung auf der Hand. „Dann muss Papa mich immer tragen.“

Jannick (4) hätte gerne neue Bücher vom Christkind, Annabell (5) wünscht sich ein Mikrofon. „Ich singe halt ganz gern“, sagt sie. Die gleichaltrige Johanna (5) war wenige Tage vor Heiligabend noch unschlüssig. „Und dann musste ich den Wunschzettel noch fertigmachen und abschicken“, sagt sie.

„Bei uns gab es damals nicht viel. Wir bekamen das, was wir brauchten“, blickt Hedwig Gnegel, Bewohnerin des Altenpflegeheims St. Antonius, auf ihre Kindheit zurück. Die 84-Jährige kann verstehen, dass sich ihre jungen Tischnachbarn vom St.-Lambertus-Kindergarten schöne Sachen und viel Spielzeug wünschen. „Das habe ich ja auch getan“, sagt sie. Bekommen habe sie dann aber vor allem Süßes, Obst und Nützliches wie Strümpfe. „Gespielt wurde eh nur zusammen. Beim Mensch-ärgere-dich-nicht hat die ganze Familie zusammengesessen“, erinnert sich Gnegel.

Anders als heute sei das Christkind erst in der Nacht zum Weihnachtsfest auf die Erde gestiegen und habe seine Gaben verteilt, erinnert sich Hannelore Szepan. „Wir sind am Heiligen Abend immer früh ins Bett gesteckt worden. Einmal unter der Decke habe ich mir dann aber meist gedacht: ‚Hier hältst du es nicht aus!‘ Dann bin ich wieder aufgestanden und habe durchs Schlüsselloch gelugt“, sagt die 89-Jährige.

Acht Jahrzehnte später wünscht sich Hannelore Szepan zum Fest vor allem Gesundheit. „Wer wie ich Weihnachten schon mal im Luftschutzkeller gefeiert hat, der kann das vielleicht verstehen“, sagt sie. Während des Zweiten Weltkriegs, als sie noch im Ruhrgebiet wohnte und den Bombenhagel der Alliierten verletzt überlebte, sei ihr bewusst geworden, dass die schönsten Geschenke, die man zum Weihnachtfest bekommen kann, nicht materiell sind.

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