Chöre und Solisten harmonieren perfekt
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Gelungenes Zusammenwirken: Mit der Warsteiner Formation „Teensound“ im Vordergrund, hat der Langenberger Kirchenchor unter Leitung von Roland Orthaus Weihnachtslieder zum Jahresausklang zum Besten gegeben. Das Publikum bedankte sich standesgemäß mit stehendem Applaus.  
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Johann Sebastian Bachs barock-verspielte Instrumentalstücke neben zeitgenössischen Kompositionen eines Ennio Morricone sowie Weihnachtsklassikern wie „Stille Nacht“ der Österreicher Josef Gruber und Franz Mohr – für das 30 Titel umfassende Programm hatten die Organisatoren mit der Formation „Teensound“ und der Bonner Harfenistin Helene Schütz (Bild) Gäste eingeladen, die der Darbietung zu einem harmonischen Gesamteindruck verhalfen.

Den Einstieg gab der heimische Kirchenchor unter der Leitung von Roland Orthaus mit einem Arrangement von „Stille Nacht“, das dank des klaren und eher langsamen Vortrags, in dem sich die hohen und tiefen Stimmen abwechselten, etwas weniger sinnlich als gewohnt klang und neue Qualitäten offenbarte. Der kreative Umgang mit Lautstärke und Tonhöhen, der den Liedern einen besonderen Reiz verlieh, kam etwas später auch beim Gloria in der zweiten Konzerthälfte gut zum Vorschein. Helene Schütz, die drei Tage zuvor noch als Begleitung der Dortmunder Philharmoniker aufgetreten war, bekam ihr erstes Solo mit einem Stück des 1912 gestorbenen Belgiers Alphonse Hasselmans. Das Nebeneinander von tiefer, fließender Grundmelodie und hohen, sich wiederholend darüber legenden Klängen, kehrte sich später um und verbreitete eine wehmütige Stimmung. Wie für die Harfe gemacht erschien die Gegenüberstellung zweier Kompositionen von Johann Sebastian Bach und einem Werk des Pariser Musikers Marcel Tournier, einem Zeitgenossen Hasselmans. Während Letzteres durch den Wechsel von schnellen und langsamen Passagen den Zuhörer überraschte, waren Bachs barocke Stücke deutlich eingängiger. Gefühlvoll und regelmäßig begannen die Melodien, in die sich später wiederum kurze verspielte Passagen legten.

Weihnachtslieder erfüllen Gotteshaus

Unterhaltsam war auch das Gastspiel der jungen Sängerinnen von „Teensound“, die vor allem englische Weihnachtslieder wie John Rutters „Angel’s Carol“ im Repertoire hatten. Obwohl der Chor der Warsteiner Musikschule als Gruppe bereits ansprechend und auf hohem Niveau agiert, steigerte sich dieser Eindruck noch, wenn eine oder zwei Sängerinnen einen kurzen Einstieg gaben, dabei die Töne lange hielten und sich die übrigen anschlossen, was recht häufig der Fall war. Ihr Auftritt strahlte vor allem Leichtigkeit aus. Reizvoll waren auch die Momente, in denen Sänger und Instrumentalisten sich gegenseitig ergänzten, wie bei „The Very Best Time of The Year“, ebenfalls aus der Feder von John Rutter.

Sobald Helene Schütz behutsam über die Saiten ihrer Harfe strich, schlossen sich die Männer und Frauen des Kirchenchors mit ihrem Gesang an, dessen Verse die Flötistin Anja Loddenkemper als zweite Begleiterin ausklingen ließ. Mit „O du Fröhliche“ und „Nun freut euch ihr Christen“ boten die Akteure ihrem Publikum zwei Weihnachtslieder zum Mitsingen. An der Orgel begleitete Roland Orthaus diese Stücke, die den Kirchenraum bis unter das Gewölbe erfüllten, was das Publikum mit stehendem und lang anhaltendem Applaus quittierte.

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