Chorgesänge machen das Fest perfekt
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Einen beleuchteten Weihnachtsbaum im Zentrum von St. Petersburg zeigt dieses Bild. In Russland wird Weihnachten nach dem Julianischen Kalender am 7. Januar gefeiert.
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Das russische Weihnachtsfest, Jesu Geburt, wird erst am 7. Januar gefeiert. Für die russisch-orthodoxe Kirche zählt der Julianische Kalender. Vom 28. November bis 6. Januar wird vielerorts gefastet. Der russische Heiligabend heißt in der Landessprache „Sochelnik“. Die Wortbedeutung führt auf ein altrussisches Getreidegericht zurück, das zu wichtigen Ereignissen zubereitet wurde.

 „Die Traditionen werden in den ländlichen Regionen stärker gelebt als in der Stadt“, weiß Elena Borisovets. Sie wird in diesem Jahr nicht mit ihrer Familie feiern, sondern vom 24. bis 26. Dezember in den vielen Gottesdiensten in der Pfarrei Orgel spielen. „Dafür darf ich Weihnachten zwei Mal erleben“, freut sich die 37-Jährige. „Ohne Weihnachtslieder und liturgische Gesänge kann ich mir das Fest nicht vorstellen“, sagt sie. Geschenke gebe es in Russland eher an Silvester. Seit einiger Zeit würden auch immer mehr Weihnachtsmärkte veranstaltet.

An vergangene Weihnachtsfeste in ihrer Heimat hat sie gute Erinnerungen. Am festlich gedeckten Tisch habe es immer reichlich zu essen gegeben: Fisch, Blinis, Pirogi, Kuchen und vieles mehr. Ihre Oma habe für die Familie immer eine Krippe aufgestellt.

Der Brauch, an Heiligabend einen Tannenbaum aufzustellen und zu schmücken, kam aus Deutschland nach Russland. 1699 befahl Peter der Große, die Häuser vor dem Weihnachtsfest mit Fichten-, Kiefer- oder Wacholderzweigen zu dekorieren. In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Tannenbäume in den Häusern deutscher Familien in St. Petersburg aufgestellt.

Als Musikliebhaberin ist für Elena Borisovets besonders die Tradition des „Kolyada“ interessant. Dabei gehen Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus, singen Weihnachtslieder, gratulieren zum Fest und bekommen dafür Pirogen, Süßigkeiten oder Geld. Einen solchen Liederkanon hat sie natürlich auch bei sich in Wadersloh – daraus vorzusingen, bereitet ihr viel Freude.

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