Dem Nachfolger eine Chance geben
Bild: Nienaber
Sind guter Dinge, dass es im Schülerspezialverkehr in Langenberg künftig weiter rund läuft: Bürgermeisterin Susanne Mittag (r.) und Grundschulverbundleiterin Berna Masjosthusmann (l.) beim Ortstermin in der ehemaligen Schmeddingschule. Die Eltern der Initiative um Katja Damhorst (Mitte) hatten zuvor mit einer Unterschriftenaktion für „ihre Inge“ geworben.  
Bild: Nienaber

Zwar ist die Entscheidung, ein neues Busunternehmen für den Schülerspezialverkehr einzusetzen, längst gefallen, „doch wir wollen wenigstens auf uns aufmerksam machen“, wie Katja Damhorst von der Elterninitiative „Inge soll bleiben“ betonte. Mit Inge Wache gehe schließlich „nicht eine x-beliebige Fahrerin, sondern eine Freundin“. Das Gemeindeoberhaupt zeigte Verständnis für das Engagement von Eltern und Kindern. „Natürlich steht und fällt die Zufriedenheit mit einem Busunternehmen mit den Personen, die am Steuer sitzen. Und Inge Wache ist da sicher eine Ausnahmeerscheinung“, sagte Susanne Mittag. Gleichzeitig bat sie darum, dem neuen Unternehmen eine Chance zu geben und nicht mit einer vorgefertigten Meinung zu agieren. „Warum sollten Sie zu dem künftigen Fahrer nicht eine ähnlich enge Beziehung aufbauen können?, fragte die erste Bürgerin.

„Alles braucht seine Zeit“

Das aus der Ausschreibung hervorgegangene Unternehmen – Hannes-Reisen aus Langenberg – sei kein Neuling in der Branche, zudem habe die Gemeinde nur gute Erfahrungen damit gemacht, betonte Mittag. Es spreche nichts dagegen, mit dem Nachfolger von Inge Wache Verabredungen zu treffen, die die Beziehung zwischen Fahrer und Eltern auf eine vertrauensvolle Basis stellen würde. „Aber wie bei so vielem im Leben gilt auch hier: Alles braucht seine Zeit. Bitte geben Sie Hannes diese auch.“

Positiver Sonderfall

„Inge Wache ist ein positiver Sonderfall. Ob wir ein solches Vertrauensverhältnis künftig noch einmal so hinbekommen, weiß ich nicht“, sagte Grundschulverbundleiterin Berna Masjosthusmann. Sie sei aber guter Dinge, dass auch künftig im Schülerspezialverkehr in der Gemeinde alles rund laufen werde. Dafür würden schon die vielen Regelungen sorgen, die im Vorfeld mit dem Beförderer abgesprochen werden. Berna Masjosthusmann: „Wir müssen deutlich machen, was Grundschulkinder benötigen und was nicht.“ Auch sie warb dafür, dem künftig zum Zug kommenden Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich als guter Partner zu beweisen.

Lauf der Dinge

Es sei der normale Lauf der Dinge, dass die Gemeinde die Schülerspezialverkehre alle zwei Jahre öffentlich ausschreiben muss. In diesem Zug müsse man sich halt wie in vielen anderen Bereichen auch von Bekanntem verabschieden können. Dass mit Hannes-Reisen künftig ein Unternehmen aus dem Ort die Schulkinder befördert, sei alles andere als eine zu bedauernde Lösung, sagte die Verwaltungschefin. Busfahrerin Inge Wache selbst war bei der Unterschriftenübergabe an Bürgermeisterin Susanne Mittag nicht zugegen. Sie will sich am letzten Schultag von „ihren“ Kindern verabschieden. Leicht werde ihr der Abschied dann sicher nicht fallen, wie sie jüngst der „Glocke“ gegenüber auf Nachfrage sagte.

SOCIAL BOOKMARKS