„Dicke Akte“ zeigt Einsatz für Schule
Bild: Schulte-Nölle
„So habe ich euch noch nie in der Hand gehabt!“: Zum Abschied gab es für Elisabeth Kruse (2. v. l.) eine Rose für jeden Schüler der Benteleraner Schmeddingschule. So kamen im Rahmen der Feierstunde in der Pausenhalle der Grundschule rund 100 Blumengrüße zusammen.
Bild: Schulte-Nölle

Mit liebevollem Programm und der einen oder anderen Träne verabschiedete sich die Schmeddingschule von Rektorin Elisabeth Kruse. Vor zahlreichen Gästen – darunter das Lehrerkollegium, Eltern, Vertreter der örtlichen Vereine, der Gemeinde Langenberg sowie der Pfarrgemeinde St. Margareta – gewährte Christel Dahlhoff-Hilbert Einblicke „in die dicke Personalakte“, die unter dem Namen Elisabeth Kruse im Schulamt für den Kreis Gütersloh lagert. „Seit Juli 1975 haben Sie an dieser Grundschule Spuren hinterlassen, zunächst als Lehrerin, ab August 1989 dann in Leitungsfunktion.“ Ein so durchgängiger Werdegang sei ihr noch nie begegnet, zeigte sich die Schulamtsdirektorin beeindruckt.

Das beachtliche Volumen der „Akte Kruse“ erklärte Christel Dahlhoff-Hilbert im Übrigen mit den unzähligen Fortbildungen, die die scheidende Chefin der Schmeddingschule während ihrer Amtszeit besucht hat. Ob „Gestaltung von Sportstunden“, „Sicherheitsmaßnahmen in der Grundschule“ oder „Computer im Unterricht“: „Elisabeth Kruse ist allen Entwicklungen in der Schullandschaft stets vorausgegangen.“

Für die nun beginnende Freistellungsphase im Rahmen der Altersteilzeit wünschte Christel Dahlhoff-Hilbert der künftigen Ruheständlerin („Ab Februar 2016 ist es für Sie ganz offiziell soweit“) auch im Namen des Landes NRW alles Gute.

„Mutter der Schmeddingfamilie“

Wünsche, denen sich Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag gern anschloss. „Sie haben die Schmeddingschule immer wieder weiterentwickelt, nicht nur was Lehrinhalte oder Räumlichkeiten angeht, sondern auch mit Blick auf das Zwischenmenschliche“, lobte die erste Bürgerin der Gemeinde. Verdient gemacht habe sich die „Mutter der Schmeddingfamilie“ zudem durch ihren steten Einsatz, Schule und Dorfgemeinschaft miteinander zu verbinden.

Neue Rektorin der Schmeddingschule wird Berna Masjosthusmann. Die Leiterin der Langenberger Brinkmannschule wird damit zugleich Chefin der neuen Verbundschule. Sie dankte Elisabeth Kruse für ihr vorbildliches Engagement in der Vorbereitungsphase des Zusammenschlusses der beiden Grundschulen und forderte ihre Vorgängerin auf: „Du bist hier immer willkommen. Ich hoffe, wir sehen dich oft wieder!“

Noch vor dem Start des offiziellen Verabschiedungsreigens sagten die Kinder der Schmeddingschule ihrer Rektorin Lebewohl – und verwandelten die Pausenhalle der Grundschule dazu kurzerhand in eine große Theaterbühne.

Das humorvolle Programm enthüllte dabei auch die einen oder anderen Interna aus dem Privatleben von Elisabeth Kruse. So deckte der Schulchor in seinem Eröffnungslied die Leidenschaft der 63-Jährigen für Gummibären auf. Und die Mädchen und Jungen der vierten Klasse schickten die Neuruheständlerin per Handstand und menschlicher Pyramide auf eine Rätselreise quer über die Kontinente, bevor sich die Klasse 3a in einem Theaterstück augenzwinkernd auf die Suche nach dem „Ernst des Lebens“ begab.

Abschiedslied rührt fast zu Tränen

Mit seinem Abschiedslied „Spuren“ rührte der Chor die scheidende Schulchefin schließlich fast zu Tränen und zeige so, „dass an dem Spruch, man gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge wirklich etwas dran ist“, wie Elisabeth Kruse sichtlich um Fassung ringend anmerkte.

Zu guter Letzt wartete das Lehrerkollegium noch mit einem ganz besonderen „Schul-und-Gemeinde-Überraschungsgeschenk-Gast“ auf. Märchenerzählerin Alexandra Kampmeier – seinerzeit selbst Schülerin von Elisabeth Kruse – amüsierte mit einer ebenso pointierten wie humorvollen Tierfabel auf die berufliche Laufbahn der Schulleiterin.

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