Diebe haben es auf Autohaus abgesehen
Bild: Nienaber
„Ohne Rücksicht auf Verluste“ sind die Ganoven laut Heike Reckhaus mit den gestohlenen Kia-Geländewagen vom Firmengelände geflüchtet. Dabei haben sie unter anderem zwei junge Bäume beschädigt und einen Zaun umgefahren. Einer der Diebe konnte auf der A 2 dingfest gemacht werden. 
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Ganoven hatten am Montagabend die zwei gebrauchten Pkw auf dem Hof der Firma an der Reckenberger Straße aufgebrochen, waren damit geflüchtet und haben sich daraufhin eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Ein Dieb konnte gefasst werden. Ihr Vater sei von dem Bellen der Hofhunde auf die ungebeten Gäste aufmerksam gemacht worden, sagt Kfz-Betriebswirtin Heike Reckhaus. Als dieser daraufhin im Gebrauchtwagen-Ausstellungsbereich nach dem Rechten schauen wollte, habe er nur noch die Rücklichter von zwei davonfahrenden Kia-Sorento-Geländewagen sehen können und sofort die Polizei benachrichtigt. Zimperlich sind die Männer bei ihrem Beutezug und der darauffolgenden Flucht nicht vorgegangen. Um von dem Gelände des Autohauses zu gelangen, haben die Diebe mehrere Bäume beschädigt und einen Zaun umgefahren. Über die Bundesstraße 64 in Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück suchten sie schließlich mit hohem Tempo das Weite. Eine von der Polizei eingeleitete Fahndung auf der Autobahn A 2 führte zu einem Teilerfolg. Die beiden

Fahrzeuge wurden in Höhe der Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe im Kreis Herford ausfindig gemacht. Einer der gestohlenen Geländewagen wurde durch Beamte der Autobahnpolizei angehalten und kontrolliert. Der Fahrer, ein 59-jähriger Pole, wurde festgenommen. Der Fahrer des zweiten Kia Sorento ließ das Auto, nachdem er seine Verfolger bemerkt hatte, auf der Autobahn im Leerlauf ausrollen, schaltete das Licht aus und flüchtete zu Fuß über die Mittelleitplanke, die Fahrstreifen der A 2 in Richtung Dortmund und von dort zu Fuß ins angrenzende Gebüsch. Trotz sofortiger Fahndungsmaßnahmen, unter anderem mit einem Polizeihubschrauber sowie Polizeihunden, konnte der Autodieb nicht dingfest gemacht werden.

Wie hoch der Schaden für das Langenberger Autohaus ist, das kann Heike Reckhaus noch nicht sagen. „Dafür müssen wir erstmal die Schäden an den Fahrzeugen beziffern“, erläutert die Unternehmerin. Beide Gebrauchtwagen hätten zusammen einen Verkaufswert von rund 50 000 Euro gehabt. Viel schlimmer wiege der Schrecken. „Kaum auszudenken, wenn jemand die Diebe auf frischer Tat ertappt hätte. Wer so etwas plant, ist vielleicht auch zu anderen Straftaten bereit“, sagt die Langenbergerin.

Für das Langenberger Autohaus ist das aktuelle Geschehen bereits der zweite Fall innerhalb kurzer Zeit, mit dem sich die Polizei beschäftigt. Nicht nur, dass von dem ländlich gelegenen Firmenstammsitz an der Reckenberger Straße zwei hochwertige Gebrauchtwagen gestohlen wurde. Auch wurde am vergangenen Donnerstag in die Filiale des Familienbetriebs in Erwitte eingebrochen. Nach Ermittlungen hatte ein Einbrecher ein Metallgitter durchtrennt, ein dahinterliegendes Fenster aufgehebelt und war in die Firmenräume eingestiegen. Im Inneren hatte er nach Wertsachen gesucht. Fündig geworden ist der ganz in schwarz gekleidete, etwa 170 bis 180 Zentimeter große Mann dabei aber nicht. Ohne Beute zog er von dannen. Inwieweit die beiden Straftaten zusammenhängen, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Die Ermittlungen der Polizei zu beiden Fällen dauern noch an. Es werden Zeugen gesucht. Hinweise zum Diebstahl in Langenberg nimmt die Polizeidienststelle in Gütersloh unter w 05241/8690 entgegen, zum Einbruch in die Filiale in Erwitte sind die Beamten der Polizeibehörde in Lippstadt, w 02941/91000, zuständig.

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