„Diese Fläche ruft nach einer Bebauung“
Bild: Nienaber
Bis zu zehn Wohneinheiten könnten nach der Änderung des Bebauungsplans auf dem Grundstück zwischen der Nienkampstraße und der Bentelerstraße in Benteler entstehen.  
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Das Thema „Nachverdichtung“ spielt vor diesem Hintergrund eine immer größere Rolle. Eine solche könnte an der Nienkampstraße anstehen. „Diese Fläche ruft förmlich nach einer Bebauung“, brachte es es Planer Jens-Peter Huesmann in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses auf den Punkt. Damit meinte er eine 4660 Quadratmeter große Grünfläche zwischen Nienkamp- und Bentelerstraße, die derzeit noch landwirtschaftlich genutzt, im Bebauungsplan allerdings als „Allgemeines Wohngebiet“ aufgeführt wird. Seitens des Eigentümers gebe es Überlegungen, das Grundstück einer Bebauung zuzuführen, informierte die Verwaltung. Durch einen Architekten sei bereits eine erste Analyse ausgeführt worden, wie die Parzelle bestmöglich als Baugrund genutzt werden könnte.

Vorstellungen von Grundstückseigentümer und Architekt gehen allerdings nicht mit den geltenden Festsetzungen des betreffenden Bebauungsplans konform, wie der Vorlage des Gremiums zu entnehmen war. Die sich aus dem bisherigen bautechnischen Leitfaden ergebenden üppigen Grundstücksgrößen seien „nicht zeitgemäß und vermarktbar“, meinen demnach Eigentümer und Architekt. Daher werde eine Änderung des Zahlenwerks beantragt. Bei der Gemeindeverwaltung trifft man dabei auf offene Ohren. Der Antrag stelle einen Beitrag zur Nachverdichtung eines vorhandenen Siedlungsgebiets dar. Aus städtebaulicher Sicht bestünden keine Bedenken, vor allem für den Fall, dass ein überarbeiteter Plan eine höhere Ausnutzbarkeit bezüglich der Grundstücksgrößen und -teilungen ermöglichen würde.

 Unter Berücksichtigung eines Konzepts, das von einem vom Grundstückseigentümer beauftragten Architekten erstellt wurde, hat Planer Jens-Peter Huesmann den verbindlichen Leitfaden für Bauherren überarbeitet. Der Änderungsplan sieht die Möglichkeit vor, insgesamt bis zu zehn Wohneinheiten (vier Einzelhäuser und sechs Doppelhaushälften) zu errichten. „Allerdings stellt das nur den maximal nutzbaren Rahmen dar“, sagte Huesmann. Einstimmig nahmen die Ausschussmitglieder den Beschlussvorschlag an den Rat an.

Eine Nachverdichtung des Benteleraner Siedlungsraums sei begrüßenswert, betonte Heribert Neukirch (UWG) im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Gremiums. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass mehr Wohneinheiten auf gleichem Raum auch zu mehr Verkehr und Parkproblemen führen können. Diese Sorge konnte Planer Huesmann dem Ratsherrn nehmen. Auch bei künftig kleineren Grundstücksgrößen von teilweise nur 300 Quadratmetern (Doppelhaushälfte) sei das Abstellen eines PKW auf dem eigenen Grundstück möglich. Die Mehrbelastung durch Fahrzeugbewegungen künftiger Neubürger werde sich ebenfalls im Rahmen halten, so dass Neukirchs Bedenken unbegründet seien, sagte Huesmann. Vor lösbare Herausforderungen werde bei einer Bebauung die Gemeinde die Entwässerung des Gebiets stellen, wie Bauamtsleiter Dirk Vogt betonte. Aufgrund der Tiefen des bestehenden Kanalsystems unter der Bentelerstraße müsse das 4660-Quadratmeter- Grundstück über das System der Nienkampstraße entwässert werden – das dafür gegebenfalls ausgeweitet werden müsste.

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