Dreiste Diebe bestehlen Heiligen Nepomuk
Bild: Wieneke
Im Beet vor der Nepomukstatue klafft ein Loch: Zwei Stauden wurden gestohlen.
Bild: Wieneke

Die beiden Stauden waren 2014 von den heimischen Gärtnereien Herbort und Lohmann kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Die Pflege hatten Mitglieder des Heimatvereins, aktuell die Selhorster Familie Heimann, ehrenamtlich übernommen. Am Donnerstagabend waren die Pflanzen noch an ihrem angestammten Platz. Beim Gießen der Blumen am frühen Freitagmorgen wurde der Diebstahl entdeckt.

Heimatverein entsetzt

Bei den Mitgliedern des Heimatvereins Langenberg war der Ärger über den dreisten Diebstahl am Wochenende groß. Schließlich hat die Gemeinschaft in den Erhalt der Anlage viel Energie und Herzblut investiert. Um die Instandsetzung des Eisengitters zur Sicherung der wertvollen Eichenfigur des Heiligen Nepomuk kümmerte sich 2014 unentgeltlich Hans-Hermann Stüer in seiner Maschinenbau-Firma. Zum weiteren Schutz setzte er eine bruchsichere Scheibe ein.

230 Jahre alte Skulptur

Die Skulptur, die in dem Bildstock steht, ist nachweislich mindestens 230 Jahre alt. Der Landwirt und Schäfer Korfmacher vom gleichnamigen Kotten in der Bauerschaft Allerbeck hatte die Figur des Brückenheiligen gestiftet. Schäfer Korfmacher spendete zahlreiche weitere Wegekreuze und Heiligenbilder, von denen die meisten allerdings vor dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ortsbild verschwanden.

Aus hartem Holz

Dem aus hartem Eichenholz geschnitzten Standbild des Heiligen – es zeigt ihn im Gewand des Hohen Geistlichen mit einem Kreuz in der einen und einer Märtyrerpalme in der anderen Hand – konnten die Jahrzehnte indes nichts anhaben. Zunächst hatte das Standbild seinen Platz am Landgraben in der Nähe der Rietberger Grenze gehabt. Später musste es diesen Standort räumen und fristete lange in einem versteckten Winkel ein Schattendasein. Erneut in den Blick gerückt wurde die Johannes-Nepomuk-Figur 1934 von der Langenberger Kolpingsfamilie.

Brauer Dittmann rettet Kunstwerk

Im Frühjahr 1934 veranstaltete die Kolpingsfamilie eine Ausstellung unter dem Motto „Altes und neues Volksgut“ im Dorf. Ein auswärtiger Kunstkenner entdeckte dabei das Korfmacher-Standbild und wollte es für viel Geld erwerben. Doch das ließ Brauereibesitzer Georg Dittmann nicht zu. Er kaufte es selbst und rettete es so für Langenberg.

Am 14. August 1934 wurde das Kunstwerk auf einen neuen Sockel aus Grünsandstein gesetzt und am Abend durch Pfarrer Niggetiet geweiht. Der Sockel wurde in der Künstlerwerkstatt Anton Pagenkemper gefertigt. Die Vorderseite zeigt das vierteilige alte Wappen der Gemeinde. Auf der Rückseite ist zur Erinnerung und aus Dankbarkeit folgender Text in Stein gehauen: „Dieses Standbild, das Werk alter heimatlicher Bauernkunst, erwarb auf der Ausstellung ,Altes und neues Volksgut‘ und widmete der Gemeinde Langenberg am 4. August 1934 die Familie Georg Dittmann.“

Einen neuen Standort fand der Heilige Nepomuk an der nördlichen Seite des Fortbachs in einer Ecke der Sudeikschen Wiese (heute Hof Heimann). Nach dem Brückenneubau verlegte die politische Gemeinde Langenberg den Standort auf die südliche Uferseite.

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