E-Auto-Projekt ins Rollen bringen
Besuch in St. Vit: Für ihren zu gründenden Verein „Langenberg mobil“ suchen Andrea Wilmers, Kai Mewes, Diana Großerohde und Eckhard Flügge Interessenten. Das Bild zeigt zudem Frank Ladwig (Dorfauto St.Vit) und Langenbergs Bürgermeisterin Susanne Mittag (v. l.).

Bürgermeisterin Susanne Mittag, die zahlreiche Vertreter des Gemeindelebens willkommen hieß, sprach von einem „Jahrzehnt, welches die richtigen Weichenstellungen von uns fordert“. Insbesondere der Mobilität, Digitalisierung und Gesundheitsversorgung als Zukunftsthemen wurde im Rahmen von Impulsgesprächen besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Fortenbacher schlägt Bürgerbus vor

Der Seniorenbeiratsvorsitzende Rolf Fortenbacher brachte den Vorschlag eines Bürgerbusses ein. „Der käme nicht nur Älteren zugute“, unterstrich er bezüglich einer Alternative, von der er sich erhofft, dass sie Lücken schließe. Vielleicht werde es so möglich, von Langenberg auch ohne Umwege über Lippstadt oder Rheda-Wiedenbrück in die Nachbarorte zu gelangen. Damit das Projekt überhaupt ins Rollen kommen könne, sei jedoch eins unverzichtbar: „Dazu brauchen wir Euch.“ Viele Menschen müssten sich engagieren, um einen entsprechenden Bürgerverein ins Leben zu rufen.

Beispielsweise bedürfe es ehrenamtlicher Fahrer, die ein Vehikel für acht Gäste steuern würden. Was die Finanzierung angehe, sei zwar mit NRW-Fördermitteln zu rechnen, jedoch müsste die Gemeinde für die Betriebskosten aufkommen. Diese und weitere Aspekte gelte es zu prüfen, um Klarheit darüber zu erhalten, ob ein solches Vorhaben ernsthaft angegangen werden soll und zu stemmen sei.

St. Viter Projekt könnte als Vorbild dienen

Bürgerengagement ist auch für ein Dorfauto-Projekt nach St. Viter Vorbild erforderlich. Die Idee dazu entstand während eines Nachbarschaftsplauschs zwischen Andrea Wilmers und Kai Mewes. Wie Andrea Wilmers berichtete, würde sie gerne auf ein Zweitauto verzichten. Ihre Überlegung: Wäre es möglich, sich stundenweise ein Elektroauto zu mieten, dann könnte man sich den zweiten Pkw, der zumeist mehr stehe als fahre, sparen. Das würde nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt entlasten. Im Rathaus war die Anregung bereits aufgegriffen worden und Verwaltungsmitarbeiterin Diana Großerohde hatte sich mit der Materie befasst, die sie näher erläuterte.

Genügend Nutzer sind Voraussetzung

Sich am St. Viter Modell orientierend könnte ein Verein – etwa unter dem Namen „Langenberg mobil“ – gegründet werden. Die Mitglieder müssten einen Jahresbeitrag zahlen, zudem würden Nutzungsgebühren fällig. Die Buchung erfolge über ein Onlineportal. „Man bräuchte an die 50 Nutzer“, sagte sie hinsichtlich der Carsharing-Idee, bei der die Fahrzeuge geleast würden. „Also keine ganz unrealistische Zahl“, merkte Susanne Mittag an.

Ohne Bürgerengagement geht es nicht

Diana Großerohde informierte, dass eine Bürgerversammlung mit Experten geplant sei. Dem solle eine Umfrage folgen, denn: „Das alles geht nur mit genügend Nutzern.“ Deutlich wurde während der Veranstaltung am Sonntag auch, dass die Kommune nur unterstützend agieren könne und sich die Bürger als Hauptverantwortliche um das Projekt kümmern müssten.

Interessenten sind willkommen

Wer Interesse an dem Vorhaben hat, sei es als Nutzer oder Unterstützer, der kann sich bei Kai Mewes, E-Mail an dorfauto@gmx.de, Tel. 05248/8247264 zwischen 17 und 19 Uhr, sowie bei der Gemeinde Langenberg, Tel. 05248/50851 (vormittags), E-Mail an diana.grosserohde@gt-net.de, melden. Vorteilhaft bei einer solchen Dorfauto-Alternative sei es laut Mittag, dass man sich an einem erprobten Modell orientieren und dieses eins zu eins übernehmen könne. Hinsichtlich Mobilität richtete sie den Blick auch auf den öffentlichen Personennahverkehr. Sie sprach von einer schlechten Anbindung Langenbergs und sagte, dass Verbesserungen nötig seien.

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