Ehrenamtliche halten Kirchplatz in Schuss
Bild: Wieneke
Die blühenden Linden rund um den Langenberger Kirchplatz bereiten der ehrenamtlichen Kirchputztruppe besonders viel Arbeit. Jüngst im Einsatz waren (v. l.) Josef Strathaus, Herbert Brinkmeier, Helmut Duhme, Heiner Pelkmann und Bernhard Südhoff. 
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Aus dem Frust des Langenberger Bürgers Heinz Raue über die in den Beeten wuchernden Wildkräuter heraus ist eine vorbildliche Bürgeraktion gewachsen: Seit mehr als 27 Jahren halten inzwischen acht St.-Lambertus-Schützen ehrenamtlich zu besonderen Anlässen und Festtagen den zentralen Platz am Gotteshaus sauber. Zwar hatten die jährlich wechselnden Fahnenkompanien der Grünröcke anlässlich ihres dreitägigen Schützenfests die Aufgabe, die Beete vom Unkraut zu befreien. „Doch bereits kurze Zeit später präsentierten sich die Wildkräuter erneut in ihrer schönsten Pracht“, blickt Raue zurück. So beschloss er damals, „das Übel im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel zu packen“. Er machte sich als Einzelkämpfer morgens in aller Frühe – „als das Dorf noch schlief“ – an die Arbeit. Beet für Beet nahm er sich vor. Danach machte er sich auf den Weg, um pünktlich um 6 Uhr seinen beruflichen Pflichten nachzukommen.

Raues Einsatz stimmte einen zweiten Schützenbruder nachdenklich. „Der Heinz steht immer allein im Kampf gegen Unkraut und Blätter“, dachte sich Bernhard Südhoff. So beschloss der 80-Jährige mit Antritt seines Rentnerdaseins im Jahr 1999 Raue zu helfen. Das sorgte in der Dorfgemeinschaft für Aufsehen und Anerkennung. Bereits ein Jahr später fand sich mit dem „Neurentner“ Herbert Brinkmeier ein dritter Schütze der ersten Kompanie und Mitstreiter für den Kirchplatz-Putz. Als vierter im Bund schloss sich 2003 mit Josef Strathaus ein weiterer Rentner und Schütze aus den Reihen „der Ersten“ der Gruppe an. Ihm folgte kurz danach als fünfter Aktiver der ein Jahr jüngere Heiner Pelkmann als „Vertreter der vierten Kompanie aus dem Dorf“. Nach einem Aufruf Raues folgte Helmut Duhme Anfang 2015, Franz-Josef Hitlenkemper ein Jahr später und im Laufe dieses Jahres Norbert Hanigk.

 Mit seiner Arbeit sorgt das Team dafür, dass sich die Flächen rund um die Pfarrkirche und das „Pättchen“ zum Körnerparkplatz in einem möglichst gepflegten Zustand präsentieren. „Zu besonderen Festen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten, aber auch zu Fronleichnam, dem Schützenfest und zur Kirmes werden wir tätig“, berichtet Initiator Raue. Doch auch zu wichtigen Anlässen in der Gemeinde und immer dann, wenn es erforderlich ist, sind sie aktiv.

Mitstreiter willkommen

Die politische Gemeinde weiß den ehrenamtlichen Einsatz des Teams zu schätzen und unterstützt es, indem der Bauhof kostenlos einen Container bereitstellt und abfährt. Anerkennung erhielt die Gruppe auch seitens der Bürger und Geschäftswelt. So sorgte Pastor Martin Beisler als letzter für die noch selbstständige katholische Kirchengemeinde St. Lambertus zuständige Priester dafür, dass für die Männer regelmäßig der in der Gemeinde sprichwörtliche „Elf-Uhr-Zug“ fuhr, indem er zu dieser Zeit zur Pause eine Flasche Gerstensaft servierte. War er beruflich verhindert, stand ein entsprechendes Körbchen vor der Pfarrhaustür. Immer wieder freuen sich die Arbeiter auch über ein Tablett mit Getränken aus der „Turmschänke“ und dem Café „Zur Linde“, einen Trunk vom im Pfarrhaus wohnenden Pastor Olaf Loer oder Kaffee aus dem Haus Grondorf.

Der inzwischen 81-jährige Initiator Heinz Raue hat dennoch einen Wunsch: „Wir Rentner benötigen aufgrund unseres Alters dringend jüngere Mitstreiter. Alle arbeitswilligen Schützen und Männer aus der Gemeinde sind herzlich in unserer Gruppe willkommen.“

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